EuGH-Urteil zu Online-Buchung : Fluggesellschaften müssen sofort Endpreis anzeigen

Der EuGH hat entschieden: Airlines müssen den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren angeben. Der Verband der Verbraucherzentralen hatte gegen Air Berlin geklagt.

shz.de von
15. Januar 2015, 11:16 Uhr

Luxemburg | Fluggesellschaften müssen ihren Kunden bei Online-Buchungen von Anfang an den Endpreis anzeigen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in einem Urteil klar gestellt (Rechtssache C-573/13). Dabei geht es um den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren.

Unter Billigfliegern war es seit den 1990-Jahren Sitte geworden, mit optisch möglichst billig wirkenden Preisen zu werben. Sprüche wie „Fliegen zum Taxipreis“ waren aber nur möglich, wenn mit einem Grundpreis ohne die üblichen Zuschläge geworben werden konnte. Auf den seit den Nullerjahren aufgekommenen Buchungsportalen für Billigflüge wurde diese Sitte dann endgültig zur Unsitte, weil der Endpreis einschließlich aller Kosten erst unmittelbar vor Buchungsbestätigung genannt wurde. Preisvergleiche wurden für Kunden damit sehr aufwendig und zeitraubend, weil nahezu der gesamte Buchungsvorgang durchgeführt werden musste.

Die Luxemburger erklärten eine Praxis von Air Berlin aus dem Jahr 2008 für nicht rechtens. Es gehe nicht an, dass die Fluggesellschaft nur den Endpreis für einen ausgewählten Flug angezeigt habe. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte in Deutschland gegen Air Berlin geklagt. Die Vorwürfe sind nach Einschätzung von Air Berlin inzwischen überholt.

Der Rechtsstreit zwischen Air Berlin und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen landete zunächst vor dem Bundesgerichtshof. Dieser überwies den Fall dann an den EuGH.

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