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Börsenstart am Montag : Experten: Terror-Angriffe könnten Börsen belasten

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Die Bilder von den Terrorattacken in Frankreichs Hauptstadt werden wohl auch die Finanzmärkte aufschrecken. Beobachter hoffen, dass sich die Verluste in Grenzen halten - und möglichst rasch wieder abflauen.

Frankfurt/Paris | Die Pariser Terroranschläge dürften die europäischen Aktienmärkte am Montag nach Einschätzung von Experten belasten. Anfangs könne es deutliche Verluste geben, sagte der Chef des britischen Investmenthauses Hassium Asset Management, Yogi Dewan, der Nachrichtenagentur Bloomberg: „Ich wäre nicht erstaunt, wenn die Märkte zwei bis drei Prozent verlieren würden. Vielleicht wird es sogar mehr.“ Im Rückblick auf frühere Attacken von Terroristen werde aber nur mit einer zeitlich begrenzten Reaktion gerechnet.

Bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mit mehreren fast zeitgleichen Anschlägen sind am Freitagabend mindestens 129 Menschen getötet worden. Mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Attentäter schossen am Freitagabend an verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt wild um sich und zündeten mehrere Bomben.

Besonders betroffen von den Ereignissen seien Versicherungen, Touristik und Freizeit. Zudem sollte der Euro-Kurs unter Druck geraten, während die Kurse von Anleihen in Deutschland und den USA zulegen dürften. Dewan hält auch steigende Ölpreise für möglich.

Die Pariser Börse wird am Montag wie gewohnt öffnen, wie eine Sprecherin des Betreibers Euronext am Wochenende sagte. Sie befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, fürchtet, dass die Terrorserie „signifikanten Schaden“ anrichtet. „Die Anschläge könnten zu einem Vertrauensverlust von Unternehmen und Konsumenten führen und damit die wirtschaftliche Erholung Europas abwürgen“, sagte er dem „Tagesspiegel“.

An den am Sonntag geöffneten Handelsplätzen für Aktien im Mittleren und Nahen Osten gab es bereits überwiegend Verluste. So sackte der Index der Börse Dubai um fast vier Prozent ab. Experten machten dafür neben den Terroranschlägen auch enttäuschende Unternehmensdaten und die sinkenden Ölpreise verantwortlich. Die Kairoer Börse verlor fast viereinhalb Prozent. In Katar legte der Markt hingegen leicht zu.

In der Vergangenheit war der Aktienhandel nach Terroranschlägen häufig recht schnell wieder zur Normalität zurückgekehrt. So verlor der britische Index am 7. Juli 2005 in Reaktion auf die Attentate in London zwar 1,4 Prozent. In den nächsten Tagen wurden die Verluste aber wieder aufgeholt. Der spanische Markt rutschte am 11. März 2004 nach den Anschlägen auf Nahverkehrszüge um 2,2 Prozent ab, am Monatsende war dieses Minus dann wieder ausgeglichen.

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erstellt am 15.Nov.2015 | 18:03 Uhr

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