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Ex-HSH-Chef wartet auf das Anklage-Plädoyer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft schwenkt der Gerichtsprozess um die frühere Vorstandsriege der HSH-Nordbank heute voraussichtlich auf seine Schlussetappe ein. Angeklagt sind sechs frühere Bankmanager der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein wegen Untreue in einem besonders schweren Fall. Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Hamburger Landgerichts müssen sich unter anderen der damalige HSH-Finanzchef und spätere Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher sowie sein Vorgänger im Spitzenamt, Hans Berger, verantworten. Nach der Staatsanwaltschaft werden die Verteidiger an der Reihe sein. Angesichts der Zahl von sechs Beschuldigten dürften ihre Plädoyers Zeit in Anspruch nehmen. Wann das Urteil gesprochen wird, ist offen. Den Angeklagten drohen Strafen bis zu zehn Jahren Haft. Ihre Anwälte wollen dagegen Freisprüche erwirken.

Die Ex-HSH-Manager sollen der Bank 2007 bei einem komplexen Kreditgeschäft, das unter dem Namen „Omega 55“ bekannt geworden ist, einen Schaden von 158 Millionen Euro zugefügt haben. Dabei hätten sie ihre Pflichten verletzt und damit Untreue in einem besonders schweren Fall begangen, lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Auf der Grundlage seiner Unterlagen hätte der damalige Vorstand die Chancen und Risiken des „Omega“-Geschäfts gar nicht abwägen können. Durch diese Transaktion sollte die Bilanz der Landesbank entlastet werden, die für einen Börsengang vorbereitet werden sollte. Zwei der Angeklagten wird zudem Bilanzfälschung vorgeworfen.

Der gesamte Ex-Vorstand hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und betont, seine Pflichten in der Bank gewissenhaft erfüllt zu haben. „Die bisherige Beweiserhebung hat nach meinem Verständnis bestätigt, dass ich persönlich weder in die Vorbereitung, Ausgestaltung, Umsetzung noch die Überwachung der Transaktion eingebunden war“, sagte Nonnenmacher.

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erstellt am 27.Mai.2014 | 13:18 Uhr

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