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Schwaches Wachstum : Europäische Firmen erklären goldene Zeiten in China für beendet

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Verschleppte Reformen und zu viele Handelsbeschränkungen: Für Europäische Unternehmen häufen sich die Probleme in China. Sie stellen sich auf eine härtere Zukunft ein. Zudem entwickelt sich der Außenhandel Chinas schwach.

Europäische Unternehmen zeichnen ein zunehmend trübes Bild von der wirtschaftlichen Situation Chinas. „Die Wirtschaft verlangsamt sich und bereits angekündigte Reformen werden zu langsam umgesetzt“, sagte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China am Dienstag.

Der chinesische Außenhandel ist im August erneut hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sowohl die Ex- als auch die Importe sanken stärker als erwartet. Die Ausfuhren seien im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf knapp 197 Milliarden Dollar (175,7 Mrd Euro) gefallen, teilte die Zollverwaltung am Dienstag in Peking mit. Hauptgrund für den Rückgang war ein schwaches Geschäft mit den Staaten der Europäischen Union und Japan. Mit dem Minus im August gingen die Exporte in diesem Jahr bisher in sechs von acht Monaten zurück.

Noch schlechter sieht es bei den Einfuhren aus. Diese fielen zum zehnten Mal in Folge. Hier betrug der Rückgang im August 13,8 Prozent auf 137 Milliarden Dollar. Die seit Monaten sehr schwache Importentwicklung ist ein Indiz für eine lahmende Binnenkonjunktur. Auf dem zuletzt ohnehin nervösen Aktienmarkt des Landes sorgten die Daten für weitere Verunsicherung. Die wichtigsten Indizes gaben deutlich nach.

Das geringere Wirtschaftswachstum von zuletzt nur noch sieben Prozent habe viele ausländische Unternehmen in ihrem Optimismus gedämpft. „Es ist für uns noch nicht das Ende aller Zeiten. Aber es sind andere Zeiten“, so Wuttke, der am Dienstag in Peking das jährliche Positionspapier der Handelskammer vorlegte.

Als eines der drängendsten Probleme der chinesischen Wirtschaft nannte Wuttke den hohen Schuldenstand, der sich zuletzt laut Schätzungen auf 282 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsproduktes des Landes belief. „Das Tempo, mit dem vor allem die Schulden der Lokalregierungen und Unternehmen wachsen, ist besorgniserregend“, sagte Wuttke.

Auch Reformen hin zu mehr Rechtsstaatlichkeit gingen nur langsam voran. Zuletzt habe das die Explosionskatastrophe in der Hafenstadt Tianjin gezeigt. „Die besten Gesetze zur Lagerung von Chemikalien bringen nichts, wenn die Behörden dann keine Kontrollen durchführen.“

In Tianjin waren nach der Explosion eines Chemielagers am 12. August mindestens 158 Menschen ums Leben gekommen. Die Eigentümer hatten Vorschriften zur Lagerung ignoriert und sich notwendige Genehmigungen über Kontakte bei den Behörden besorgt.

Sorgen mache den europäischen Unternehmen in China zudem ein neues nationales Sicherheitsgesetz, das der Polizei unter anderem im Internet noch weitreichendere Durchgriffsmöglichkeiten als bisher einräumt. „Vieles darin ist zu schwammig formuliert“, sagte Wuttke. Ausländische Unternehmen hatten sich besorgt geäußert, weil ihre Server künftig leichter ausgespäht werden könnten.

Die Handelskammer bemängelte auch, wie die chinesische Regierung mit der Bewältigung der Börsenkrise umgegangen ist. Selbst als sich die Kurse schon verdoppelt hatten, seien die Menschen von Staatsmedien noch immer zum Kauf von Aktien motiviert worden. Dass dann auf den steilen Anstieg ein Crash folgte, sei kein Wunder. „Das Vertrauen von Investoren wurde zerstört“, sagte Wuttke. Der chinesische Leitindex in Shanghai war seit vergangenem Sommer um über 150 Prozent gestiegen, weil Privatanleger im Börsenfieber massenhaft Aktien auf Kredit gekauft hatten. Seit Mitte Juni sind die Kurse jedoch um 40 Prozent eingebrochen. 

In ihrem über 400 Seiten umfassenden Positionspapier beschreibt die Handelskammer, wie es um die wirtschaftlichen Reformen in China steht und macht Vorschläge, wie diese schneller vorangetrieben werden können. Demnach müssen vor allem Handelsbeschränkungen abgebaut und mehr Marktwirtschaft zugelassen werden.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 12:11 Uhr

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