Reform : EU will Fischbestände schonen

Die EU will Fangobergrenzen festlegen, damit die Fischbestände nicht überstrapaziert werden. Foto: dpa
Die EU will Fangobergrenzen festlegen, damit die Fischbestände nicht überstrapaziert werden. Foto: dpa

Ungewollte Fische dürfen bald nur noch eingeschränkt zurückgeworfen werden: Die EU einigt sich auf Rückwurfquote von höchstens fünf Prozent der Fänge und Fangobergrenzen.

shz.de von
16. Mai 2013, 12:30 Uhr

Brüssel | Schonung für Europas Fische: Die EU-Staaten wollen auf Druck des Europaparlaments dafür sorgen, dass sich die Bestände besser erholen können. Darauf einigten sich die Minister nach 36-stündigen Verhandlungen gestern am frühen Morgen in Brüssel. Sie wollen den Fischern zum Beispiel weitgehend verbieten, ungewollt gefangenen Fisch tot oder verletzt zurück ins Meer zu werfen. Dazu müssen die Fangmethoden geändert werden.
Die Zahl dieser sogenannten Rückwürfe wollen die EU-Länder im Laufe mehrerer Jahre auf höchstens fünf Prozent der Fänge drücken. Im Februar hatten die Staaten noch bis zu sieben Prozent zulassen wollen. Zudem sollen die Fangobergrenzen (Quoten) so festgesetzt werden, dass die Fischbestände langfristig nicht überstrapaziert werden.
Umweltorganisationen genügt das allerdings nicht. "Ausgerechnet beim Herzstück der Reform, dem verpflichtenden Wiederaufbau der Fischbestände, fehlt den Ministern der Wille", bemängelte Anna Holl vom WWF. Die Organisation will eine deutlich zurückhaltendere Befischung, damit die Bestände sich rascher erholen. Die Reform soll den Kurs der europäischen Fischereipolitik für die kommenden Jahre bestimmen. Das EU-Parlament und die EU-Staaten müssen noch endgültig zustimmen.

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