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Kampagne in Hamburg : EU setzt auf nachhaltige Fischerei

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Die EU will die Fischerei in Europa auf eine neue Grundlage stellen. In Hamburg präsentierte die zuständige Kommissarin eine Kampagne für nachhaltige Fischereipolitik, die sich an die Bürger richtet.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 19:57 Uhr

Hamburg | EU-Kommissarin Maria Damanaki hat in Hamburg die neue Kampagne der Europäischen Union für eine nachhaltige Fischereipolitik vorgestellt. Diese informiert unter dem Motto „Unzertrennlich - nachhaltigen Fisch essen, kaufen und verkaufen“ alle EU-Bürger darüber, wie man mit einer Änderung der Ess-, Kauf- und Verkaufsgewohnheiten verantwortungsbewusst und nachhaltig Fische und Meereserzeugnisse konsumieren kann. „Alle Verbraucher sollten nur noch nachhaltig gefangenen Fisch kaufen“, sagte Damanaki am Montag.

Seit Beginn des Jahres ist die Reform der gemeinsamen Fischereipolitik der EU in Kraft, die das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. Sie soll nun in allen Gewässern der EU umgesetzt werden. Gegenwärtig erarbeitet die EU die Ausführungsbestimmungen für die nationalen Gesetzgeber. Die neue Fischereipolitik verbindet mehrere Ziele wie die Stabilisierung der Fischbestände, eine Stärkung der Fischereiindustrie, Arbeitsplätze und Wachstum in den Küstengebieten und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen des Meeres.

Das Werkzeug dafür heißt MSY (Maximal Sustainable Yield), das ist der höchstmögliche nachhaltige Dauerertrag. Er muss wissenschaftlich ermittelt werden. Der Gedanke dahinter: Zunächst einmal müssen sich die meist überfischten Bestände erholen. Dann könnten sie stärker genutzt werden und höhere Erträge für die Branche abwerfen, ohne Schaden zu nehmen. Es werde ein mehrjähriges ökosystemorientiertes Management der Fischbestände geben.

„Das war ein langer Weg und stieß auf hartnäckigen Widerstand“, sagte die schleswig-holsteinische Europaabgeordnete Ulrike Rodust. Es habe hartnäckigen Widerstand gegeben, doch am Ende einen Konsens zwischen Fischern, Wissenschaft und Politik. So gilt künftig auch ein Rückwurfverbot; die Fischer sollen nur noch solche Fische fangen, die sie auch verkaufen können. Zudem müssen die Fischereiflotten schrumpfen, vor allem in den großen südeuropäischen Fischereiländern Spanien, Italien und Griechenland.

Die Verbraucherkampagne der EU ist ein Baustein dieser neuen Fischereipolitik. Sie wird auch von Unternehmen aus der Fischbranche und dem Einzelhandel unterstützt, zum Beispiel von Edeka. Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) begrüßte die Reform und wies auf die historische Bedeutung Hamburgs als Standort für die Fischerei hin. Er wünsche sich, dass die maritim handelnden Personen in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu gemeinsamen Lösungen finden, auch wenn sie nicht immer gleiche Interessen hätten.

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