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EU : EU-Kommission warnt vor schrumpfendem Industriesektor

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Die EU-Kommission warnt vor einem schrumpfenden Industriesektor in Europa. Steigende Energiepreise in nahezu allen EU-Staaten und sinkende Investitionen hätten die Industrie in der EU zuletzt stark unter Druck gesetzt, sagte der zuständige EU-Kommissar Antonio Tajani in Brüssel.

Der Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung sei zwischen Sommer 2012 und Sommer 2013 von 15,5 auf 15,1 Prozent gesunken. «Es scheint ein zaghaftes Zeichen für einen Aufschwung zu geben», sagte Tajani. «Nur die Industriebasis geht weiter verloren.» Ein großes Problem sei auch, dass kleine und mittlere Betriebe es schwer hätten, an Kredite zu kommen.

 Die Eurozone war lange in einer Rezession. Erst im zweiten Quartal dieses Jahres wuchs das Bruttoinlandsprodukt in den 17 Ländern mit Eurowährung wieder, erstmals seit Herbst 2011. Seit Beginn der Wirtschaftskrise seien in der Industrie knapp vier Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen, beklagte Tajani. «Man kann die Krise nur überwinden, wenn man die Realwirtschaft unterstützt», sagte er. Europa müsse seine Stärken in der Herstellung von komplexen Produkten zum Beispiel in der Biotechnologie besser nutzen. Zu wenige Patente führten zu marktreifen Produkten, befindet die EU-Kommission.

Nach Vorstellung Tajanis soll Brüssel zudem die Industriepolitik der EU-Staaten stärker koordinieren. Neue Kompetenzen für die EU-Kommission seien dafür nicht nötig. Die Industriepolitik ist in Europa vor allem Sache der nationalen Regierungen.

Mit dem Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung liegt Deutschland liegt nach Angaben der EU-Kommission mit 23 Prozent innerhalb der EU in der Spitzengruppe. In anderen Staaten ist der Anteil deutlich geringer: Beim Schlusslicht Zypern sind es nur etwa sechs Prozent, in Griechenland und Frankreich nur etwa zehn Prozent. Ein relativ geringer Industrieanteil kann zum Beispiel an einer starken Banken- oder Dienstleistungsbranche liegen.

Die Minister der EU-Staaten treffen sich an diesem Donnerstag in Brüssel. Hierbei soll auch die Situation in der Industrie zur Sprache kommen.

Mitteilung Kommission

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erstellt am 25.Sep.2013 | 17:35 Uhr

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