EU investiert 700 Millionen Euro in Roboter-Bau

Roboter und Mensch – irgendwann auf Augenhöhe?
Roboter und Mensch – irgendwann auf Augenhöhe?

shz.de von
03. Juni 2014, 17:24 Uhr

Roboter erobern immer mehr den Alltag. Um ihre Weiterentwicklung voranzubringen, hat die EU ein neues Forschungs- und Investitionsprogramm gestartet. Wie auf der gestern in München gestarteten Fachmesse Automatica bekannt wurde, investiert die Europäische Kommission dafür 700 Millionen Euro. Derzeit umfasse der globale Markt für Robotik 22 Milliarden Euro, hieß es. Bis zum Jahr 2020 könnte er auf mehr als 60 Milliarden Euro anwachsen. Europa sei mit einem Marktanteil von 35 Prozent bereits jetzt Marktführer. „Die Robotik-Revolution passiert genau jetzt. Wir sollten ihr nicht folgen, sondern sie anführen“, betonte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Neelie Kroes. „Roboter kürzen nicht menschliche Arbeitskräfte aus der Gleichung heraus. Im Gegenteil: Sie sind Partner für eine bessere Zukunft.“ Mit der SPARC genannten Förderinitiative könnten in Europa voraussichtlich mehr als 240 000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Gesamtinvestitionen der europäischen Industrie könnten sich auf 2,1 Milliarden Euro belaufen. Erstmals sind auf der Automatica Service-Roboter ein Themenschwerpunkt. Der Weltroboterverband IFR schätzt, dass zwischen 2013 und 2016 insgesamt mindestens 95 000 solcher professionellen Helfer im Wert von etwa 12,3 Milliarden Euro verkauft werden. Die Branche geht von zweistelligen Wachstumsraten in den kommenden Jahren aus. Besonders groß sei die Nachfrage in den Bereichen Logistik, Medizin, Pflege, Landwirtschaft, Inspektion und Wartung. Hohes Potenzial hätten auch Überwachungs- und Sicherheitsroboter in allen möglichen Bereichen. Auf der Automatica werden bis zum 6. Juni etwa 30 000 Besucher erwartet – ähnlich viele wie bei der letzten Auflage vor zwei Jahren.

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