Polizei macht Ernst : Erste Großkontrolle des Dieselfahrverbots

Fahrzeuge stehen an der Kreuzung der Straßen Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße, die von dem Diesel-Fahrverbot betroffen sind.
Fahrzeuge stehen an der Kreuzung der Straßen Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße, die von dem Diesel-Fahrverbot betroffen sind.

Bislang gab es nur Info-Flyer - nun kommen die Strafzettel. Die Hamburger Polizei will die Einhaltung der Dieselfahrverbote jetzt auch mit Verwarn- oder Bußgeldern durchsetzten - und Verbotssündern die Kelle zeigen.

shz.de von
20. Juni 2018, 14:41 Uhr

Mit einer ersten Großkontrolle des Dieselfahrverbots wird es ernst für die Fahrer älterer Lastwagen in Hamburg. Wie die Polizei mitteilte, sollen bei dem Einsatz ab Donnerstagvormittag im Bereich der Stresemannstraße Lkw auf ihre Schadstoffklasse hin kontrolliert werden.

Auf gut anderthalb Kilometern der stark befahrenen Straße im Bezirk Altona dürfen seit Anfang des Monats nur noch Lastwagen fahren, wenn sie die Euro-Norm 6 erfüllen. Verstöße sollen ab sofort auch als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.

Bislang waren Verbotssünder lediglich ermahnt und mittels Info-Flyern über die neue Regelung informiert worden. Nun drohen Verwarn- oder Bußgelder in Höhe von 25 Euro für Pkw und 75 Euro für Lkw.

Hamburg hatte zum 1. Juni als erstes Bundesland zwei sogenannte Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge zur Reduzierung der Stickoxidbelastung in der Luft in Kraft gesetzt. Neben der Stresemannstraße auch auf 600 Metern der nahegelegenen Max-Brauer-Allee. Dort dürfen aber neben den Lkw auch keine Pkw mehr fahren, die nicht die aktuellen Euro-Norm erfüllen. Es gelten aber umfangreiche Ausnahmen für Anwohner und Anlieger.

An beiden Straßenabschnitten befinden sich Luftmessstationen. Der Stickoxid-Grenzwert, ab dem vor allem älteren und vorbelasteten Menschen gesundheitliche Schäden drohen, war dort in den vergangenen Jahren stets überschritten worden.

Laut Hamburger Senat ist die Einhaltung des Grenzwertes an diesen Abschnitten nur durch die Durchfahrtsbeschränkungen möglich. Das Bundesverwaltungsgericht hatte solche Maßnahmen erst Anfang des Jahres für grundsätzlich zulässig erklärt.

Die Fahrverbote wurden von der Polizei bisher lediglich stichprobenartig und im Rahmen des normalen Streifendienstes kontrolliert. Um größere Verkehrsbehinderungen bei der Großkontrolle am Donnerstag zu vermeiden, würden verdächtige Lkw nach dem Herauswinken von der Stresemannstraße auf das Heiligengeistfeld begleitet, wo die eigentliche Überprüfung der Fahrzeuge stattfinden solle, sagte eine Polizeisprecherin. Pro Fahrtrichtung werde auf der Stresemannstraße jeweils ein Kontrollpunkt eingerichtet.

Weitere Großkontrollen - dann auch für Pkw auf der Max-Brauer-Allee - sind geplant. Wann sie stattfinden sollen, ist aber bislang nicht bekannt.

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