Börse : Erfolg der Groko-Sondierungen hilft Dax nicht

Der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigt die Wertentwicklung der größten deutschen Unternehmen.   / Illustration
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Der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigt die Wertentwicklung der größten deutschen Unternehmen.   / Illustration

Trotz Aussicht auf eine Regierungsbildung verliert der Dax 0,11 Prozent. Die Deutsche Telekom setzt sich an die Spitze.

shz.de von
22. Januar 2018, 12:11 Uhr

Frankfurt/Main | Die Hoffnung auf eine baldige Regierungsbildung in Deutschland hat dem Dax am Montag zunächst keinen weiteren Schub gegeben. Nach einem positiven Handelsauftakt drehte der deutsche Leitindex ins Minus und verlor zuletzt 0,11 Prozent auf 13.420,24 Punkte. Damit zollte er auch seinen jüngsten Kursgewinnen Tribut, die ihn bereits in Sichtweite des Rekordhochs vom November bei 13.525 Punkten geführt hatten.

Nach dem nur knappen Votum des SPD-Parteitags für Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU bestünden weiter Risiken, warnte Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Die Zustimmung von gut 56 Prozent sei kein starkes Ergebnis. Auch die möglichen künftigen Partner stellen sich angesichts der Forderungen der SPD nach inhaltlichen Nachbesserungen auf schwierige Verhandlungen ein.

MDax und SDax schafften es zwar am Montag schon zum Auftakt auf weitere Höchststände. Doch auch hier hielt sich die Euphorie anschließend in Grenzen: Während der Index der mittelgroßen Unternehmen zuletzt um 0,13 Prozent auf 27.419,35 Punkte nachgab, gewann der Nebenwerte-Index SDax 0,13 Prozent auf 12.532,77 Punkte.

Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,12 Prozent auf 2706,31 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab indes leicht nach.

Deutschen Telekom an der Spitze

Im Dax setzten sich die Aktien der Deutschen Telekom mit plus 1,35 Prozent an die Spitze. Damit unternahmen sie erneut einen Erholungsversuch. Offenbar half auch, dass das Unternehmen wie geplant auch im gerade begonnenen Jahr die Ausschüttung an die Aktionäre steigern will. Dagegen gehörte Continental mit einem Kursrutsch von 1,28 Prozent auf 246,90 Euro zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex.

Im MDax stach einmal mehr Steinhoff heraus – diesmal mit einem Kurssprung von gut 12 Prozent. Der angeschlagene Möbelkonzern, der unter den Folgen eines Bilanzskandals leidet, sucht weiter nach Wegen, um sich Geld zu verschaffen. Nun sollen weitere Anteile an der in Südafrika notierten Investmentholding PSG Group versilbert werden.

Index-Schlusslicht waren indes die Papiere des Elektronikhändlers Ceconomy: Sie knüpften mit minus 2,98 Prozent an ihre jüngste Talfahrt an.

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