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Eon Hanse will aus Algen Biodiesel machen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das weltweit erste Haus mit Algenfassade gehört zu den Hits der Internationalen Bauausstellung in Hamburg. Mikroalgen wandeln dort CO2 mittels Sonnenlicht in Wärme für die Wohnungen um und wachsen zudem zu einer Biomasse heran, die als Energiequelle taugt. Nun wollen die Macher ihre Grundidee auf spektakuläre Weise erweitern. An der Technischen Uni Hamburg-Harburg haben Wissenschaftler und der Quickborner Energieversorger Eon Hanse gestern ein Projekt zur Gewinnung von Treibstoff aus Algen vorgestellt. Eon-Hanse-Personalvorstand Udo Bottländer: „Die Erforschung von Kraftstoffen aus Algen ist sehr wichtig für die Energieversorgung der Zukunft. Wer diese Option erschließen will, muss schon heute tätig sein.“

Zu diesem Zweck erweitert Eon seine Algenforschungsanlage in Hamburg-Reitbrook, die bereits die Voraussetzungen für das Algenhaus gelegt hat. Mit im Boot sitzen Algentüftler der Unis in Hamburg, Erlangen und Busan (Südkorea). Zwei Millionen Euro sollen in das Projekt fließen.

Die Eigenschaften der Mikroalgen beflügeln seit langem die Fantasie von Forschern und Energieexperten. Die anspruchslosen Mini-Organismen können CO2 binden und in Rekordtempo in Biomasse umwandeln, deutlich schneller als etwa Mais oder Raps. Diese Algenmasse soll nun in einer Art Bioraffinerie zu Biodiesel werden, der schließlich Motoren antreiben kann. „Das klimaschädliche CO2 wird gewissermaßen im Kreis gefahren“, sagt Eon-Projektleiter Thomas Brauer.

Noch steckt die Algenkultivierung in Photobioreaktoren freilich in den Kinderschuhen. Forscher und Anwender suchen im Eon-Hanse-Forschungszentrum erst noch nach einer wirtschaftlich attraktiven, vollständigen Wertschöpfungskette.


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