Neuregelung : Entsorger kritisieren neue Vorgaben für Elektroschrott

Elektrogeräte auf einem Recyclinghof der Berliner Stadtreinigung.
Elektrogeräte auf einem Recyclinghof der Berliner Stadtreinigung.

Die neuen Regeln zur Entsorgung von Elektroschrott bringen aus Sicht des Branchenverbandes bvse keinen «Recycling-Schub».

shz.de von
15. August 2018, 14:48 Uhr

«Wir erwarten auch keine umweltpolitisch positiven Effekte», teilte der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung am Mittwoch mit. «Im Gegenteil, wir gehen davon aus, dass die Fehlwurfquote signifikant steigen wird.» Die Rückgabe werde für den Verbraucher nun komplizierter.

Die Neuregelung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes ist am Mittwoch in Kraft getreten. Mit der Einführung des sogenannten offenen Anwendungsbereichs («Open Scope») fallen künftig alle elektrischen und elektronischen Geräte unter das Gesetz, sofern sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.

Damit können künftig auch ausgediente Möbel oder Kleidungsstücke mit fest eingebauten elektrischen Bauteilen zu Elektroschrott werden, der getrennt entsorgt werden muss.

Die Deutsche Umwelthilfe kritisierte, dass von rund 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott, die in Deutschland jährlich anfallen, lediglich etwa 40 Prozent ordnungsgemäß erfasst werden. Der größte Teil werde illegal entsorgt oder exportiert. «Damit bleibt Deutschland knapp unter dem von der Europäischen Union geforderten Sammelziel von 45 Prozent», teilte auch der bvse mit.

Der Vollzug des Elektro-Gesetzes müsse sich aus Verbandssicht viel stärker auf das illegale Sammeln und den anschließenden Export von Altgeräten konzentrieren.

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