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Elektroroller aus Kiel soll Fahrern ein Grinsen ins Gesicht zaubern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was die beiden Jungunternehmer Tim Ascheberg (32) und Jörn Jacobi (30) in den vergangenen drei Jahren leisteten, hat es in sich: Mit dem Scuddy entwickelten die Maschinenbauingenieure eine neue Art eines Elektrorollers. Dafür haben sie im Bundeswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ einen Preis gewonnen. Ein Besuch in der Werkstatt an der Kieler Michelsenstraße zeigt: Im Scuddy stecken viele Ideen. Hauptmerkmal des Elektrorollers ist aber das „Grinsen im Gesicht“ beim Fahren, wie Ascheberg und Jacobi versichern.

Der Fahrspaß habe eine große Rolle bei der Entwicklung gespielt, sagen die beiden Geschäftsführer des Unternehmens Scuddy GmbH & Co KG. Herausgekommen ist ein faltbarer Roller mit Carving-Fahrwerk und starkem Elektromotor. Dennoch ist das Gefährt für den Alltag gedacht und bietet ein von vorn bis hinten durchdachtes Konzept. „Der Roller soll den Individualverkehr in der Stadt zwischen öffentlichem Nahverkehr und Auto unterstützen“, sagt Tim Ascheberg. Mit dem Scuddy kann sich der Fahrer den beiden Erfindern zufolge zügig durch den Stadtverkehr schlängeln. Mit dem Roller gebe es keine Parkplatzprobleme, er lasse sich wie ein Fahrrad abstellen. Er kann so gefaltet werden, dass der Fahrer ihn wie einen Trolley hinter sich herziehen kann. Dann gilt er als Gepäckstück, für das in Bus und Bahn keine Kosten aufkommen. Nur ein paar Handgriffe mehr, und der Roller sei auf die Größe einer Wasserkiste gefaltet und finde Platz im Kofferraum. Per Klick-Fix-Halterung können Fahrer Einkaufskörbe oder Laptoptaschen an der Lenkstange befestigen. Für den Scuddy ist kein Schlüssel nötig, er wird per RFID-Chip gestartet.

Um so ein umfassendes Konzept auf die Beine zu stellen, war viel Kraft nötig. „Die Entwicklung bis zur Serienreife hat zweieinhalb Jahre gedauert“, sagt Jörn Jacobi. Ein weiteres dreiviertel Jahr brauchten die beiden für Lieferantenakquise, Fertigungsaufbau und viele Schritte, die nötig sind, wenn ein Produkt nicht nur zur Serienreife gebracht, sondern auch verkauft werden soll. Vom Marketing über die Fertigung und den Vertrieb liegt alles in den Händen der beiden Maschinenbauingenieure. Den Anstoß lieferte die Abschlussarbeit eines zusätzlichen Masterstudiums der Betriebswirtschaftslehre im Jahr 2010. Damals wurde klar: „Andere E-Roller auf dem Markt sind kompliziert zu falten, klobig und versprechen eine höhere Fahrleistung, als sie halten können. Wir wollten uns mit Fahrwerk und Motorleistung abgrenzen“, so Jörn Jacobi. In der Sportvariante leistet er 1500 Watt bei nur 27 Kilogramm Gewicht. Er erreicht eine Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde. Eine Akkuladung reicht für rund 30 Kilometer. Der herausnehmbare Akku lässt sich in vier Stunden komplett aufladen, mit einem Schnellladegerät in einer Stunde. „Made in Germany“ sei ihr Alleinstellungsmerkmal, so die Jungunternehmer. „Der chinesische Markt hat die Elektromobilität zwar vorangetrieben, doch die Qualität lässt zu wünschen übrig“, sagt Jörn Jacobi. Der Scuddy hingegen werde komplett in Kiel gebaut, die meisten der etwa 250 Teile kommen aus Deutschland. Das hat seinen Preis: Die Sport-Version kostet 3950 Euro, die City-Variante (1000 Watt Leistung, 20 Stundenkilometer) 3450 Euro. 40 Scuddys haben sie seit Februar verkauft, auch in die Schweiz und nach Österreich. Denn mit dem Scuddy lassen sich Berge erklimmen: „Erst bei 20 Prozent Steigung fällt die Höchstgeschwindigkeit unter 35 Stundenkilometer“, sagt Jörn Jacobi.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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