EADS-Angestellte protestieren gegen Job-Kürzungen

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29. November 2013, 00:33 Uhr

Airbus brummt, die Profite fließen – und dennoch fürchten auch Mitarbeiter an den norddeutschen Standorten um ihre Jobs. Bei einem bundesweiten Aktionstag der Gewerkschaft IG Metall demonstrierten gestern in den Airbus-Werken des Nordens 8000 Beschäftigte gegen die Sparpläne der Konzernmutter EADS. Diese plant angeblich den Abbau von mehreren tausend Stellen, vor allem im Bereich Rüstung und Raumfahrt. Spekuliert wird über die Zusammenlegung der Raumfahrttochter Astrium mit der Rüstungssparte. Einzelheiten sollen am 9. Dezember bekanntgegeben werden.

Auch wenn der Norden von den erwarteten Kürzungen in der Rüstungssparte wohl nur geringfügig betroffen wäre, kochte am Deich die Wut hoch. „Der Konzern darf nicht nur an die Aktionäre denken“, mahnte IG Metall-Küste-Chef Meinhard Geiken in Finkenwerder, wo 3000 Demonstranten Flagge zeigten, darunter 100 aus dem Werk Buxtehude. Rüdiger Lütjen, Vorsitzender des Europäischen EADS-Betriebsrates, verlangte den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

In Bremen versammelten sich zeitgleich 2300 Mitarbeiter von Airbus, Astrium und EADS (Cassidian und Share Services) sowie von Premium Aerotec. Weitere Kundgebungen gab es in Stade (1200 Teilnehmer) sowie bei Premium Aerotec in Varel (650) und Nordenham (600). Zu einer kurzen Aktion kam es auch bei EADS in Kiel.

Am Nachmittag versammelten sich am Deich in Finkenwerder dann erneut Hunderte: Am Himmel über der Hamburger Deutschlandzentrale zeigte sich erstmals der neue Hoffnungsträger der Jetbauer. Ein A 350 XWB überflog das Werksgelände. Zeit zum Landen hatte er nicht. Der A350 soll Boeings Dreamliner Konkurrenz machen. Das Modell wird in Toulouse endmontiert, dennoch schafft und sichert die Produktion auch an den hiesigen Standorten mehrere tausend Arbeitsplätze.

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