E 10 verliert seinen Kostenvorteil: Nur noch 2 Cent billiger als Super

shz.de von
13. Januar 2015, 12:48 Uhr

Die Kraftstoffsorte E10 mit zehn Prozent Ethanol ist seit dem Jahresbeginn um zwei Cent je Liter teurer geworden. Der Abstand zum Superbenzin E5 ist damit von bisher vier auf nur noch zwei Cent geschrumpft, sagten Sprecher von Mineralölfirmen gestern in Hamburg und Bochum. Hintergrund seien höhere Preise für das zugemischte Ethanol, das sich im Gegensatz zu herkömmlichem Treibstoff aus Mineralöl in den vergangenen Monaten kaum verbilligt habe. „Grund für diese Entscheidung sind die relativ gestiegenen Preise für Ethanol“, sagte Shell-Sprecherin Cornelia Wolber. Während der Preis für die Tonne Rohbenzin in den letzten sechs Monaten von 1005 auf 453 Dollar gesunken sei, habe sich der Preis für die Tonne Ethanol im gleichen Zeitraum nur von 846 auf 677 Dollar pro Tonne ermäßigt. Damit sei der Preisabstand von vier Cent je Liter nicht mehr zu halten. Das bedeutet für die Autofahrer, dass sie im Vergleich zu anderen Spritsorten keinen so großen Kostenvorteil mehr haben, wenn sie E10 tanken. Der Verbrauch liegt für den Kraftstoff etwas höher.


Rohölpreis stürzt weiter ab


Deshalb hatten die Ölkonzerne bei der Einführung einen Preisabstand zu Superbenzin E5 eingebaut, um den Sprit für die Autofahrer attraktiv zu machen. Diese Rechnung ging nicht auf. Die Kunden akzeptierten E10 überwiegend nicht, weil sie Schäden an den Motoren oder eine geringere Leistung befürchteten. Zudem geriet Benzin aus Pflanzen in die Kritik, weil es hier eine zunehmende Konkurrenz zu Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion gibt. Der Marktanteil von E10 liegt für den Gesamtmarkt stabil bei 15 Prozent, bei den großen Anbietern bei 20 Prozent. Ursprünglich sollte E10 die dominierende Spritsorte werden.

Der Verfall der Rohölpreise setzte sich auch gestern fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 45,87 US-Dollar (39 Euro) – 1,56 Dollar (1,33 Euro) weniger als am Vortag. Seit dem Sommer sind die Ölpreise um fast 60 Prozent eingebrochen und liegen so niedrig wie seit dem Frühjahr 2009 nicht mehr.

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