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Prinovis : Drucker kämpfen um ihre Jobs

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In Hamburg protestieren Prinovis-Mitarbeiter gegen das Aus des Itzehoer Werks und für eine bessere Absicherung.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 01:40 Uhr

Hamburg | Die Schließung der Itzehoer Prinovis-Druckerei im Jahr 2014 ist beschlossene Sache. Jetzt kämpfen die Mitarbeiter um ihre künftige Absicherung. Bevor heute weiter verhandelt wird, demonstrierten gestern knapp 100 Mitarbeiter in Hamburg. Gemeinsam mit Verdi-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann zeigten sie vor den Medienhäusern Spiegel, Axel Springer und Gruner und Jahr Flagge. Es sei wichtig, weiterhin öffentlich Druck auszuüben, so Dieckmann. "Wir dürfen nicht aufhören, darüber zu reden."

Von der Schließung sind mehr als 1000 Mitarbeiter betroffen. Die Schließung sei notwendig, um auf dem schwierigen Tiefdruck-Markt die Prinovis-Standorte in Nürnberg, Ahrensburg, Dresden und Liverpool zu erhalten, so die Geschäftsführung. Dennoch befürchtet Verdi weiteren Druck auch auf die mehr als 2000 dort arbeitenden Mitarbeiter. Dagegen sagte ein Prinovis-Sprecher, aktuell seien keine Einschnitte geplant.

"Es berührt schon"

Die Kundgebung vor dem Verlagsgebäude von Gruner und Jahr bezeichnete Dieckmann im Vorfeld als "eine Art Freundschaftstreff": Die Itzehoer Druckerei gehörte einst zum Verlag. Einige langjährige Mitarbeiter trügen auch heute bei der Arbeit noch Blaumänner mit dem Logo des Verlags, machte der Itzehoer Betriebsratsvorsitzende Sven Guericke am Baumwall deutlich.

Auch seitens der Beschäftigten bei Gruner und Jahr war die Verbundenheit spürbar. Einige stellten sich solidarisch zu den demonstrierenden Prinovis-Mitarbeitern. "Es berührt schon", kommentierte beispielsweise Dokumentar Rüdiger Sönke. "Ich komme aus der Gegend und bin mit einigen Kollegen auch zur Demonstration im Februar gefahren." Und IT-Mitarbeiter Niko Fotiadis sagte: "Es kann jeden treffen."

Verdi fordert 1,7 Monatsgehälter

Sowohl "Der Spiegel" als auch "Stern" werden seit Jahrzehnten in Itzehoe gedruckt. Die Produktionssicherheit sei auch weiterhin gewährleistet - allerdings nur, solange die Gegenseite sich bewegt, kündigte Dieckmann an. Denn das derzeitige Angebot von einer Abfindung in Höhe eines Monatseinkommens pro Jahr der Betriebszugehörigkeit sei zu wenig. Verdi fordert stattdessen 1,7 Monatsgehälter.

Für heute, Freitag und weitere Tage im Mai und im Juni sind Verhandlungen angesetzt. Neben den Abfindungen soll dann auch über angemessene Qualifizierungsmaßnahmen und das Engagement von Bertelsmann in der Region verhandelt werden.

Der Mutterkonzern (74,9 Prozent) hält gemeinsam mit Axel Springer (25,1) die Gesellschaftsanteile an Prinovis. Auch Springer soll sich darum entsprechend an den Kosten für den Sozialplan beteiligen, zahle bislang jedoch keinen Cent, so Dieckmann.

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