Drittes Terminal für große Kreuzfahrer

Idylle pur:  Auf der Wiese  vor  dem neuen   Pavillon  können die    Kreuzfahrer auf die Abfertigung  warten, sich sonnen und das Treiben auf der Kieler Förde beobachten.
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Idylle pur: Auf der Wiese vor dem neuen Pavillon können die Kreuzfahrer auf die Abfertigung warten, sich sonnen und das Treiben auf der Kieler Förde beobachten.

Kieler Hafen investiert 4,5 Millionen Euro in den Ausbau von Liegeplatz und Passagierpavillon / Anlage ausgelegt für Schiffe mit bis zu 4000 Gästen

shz.de von
02. Juni 2014, 16:13 Uhr

Neuer Rekord in Kiel: „Drei Schiffe dieses Kalibers gleichzeitig im Hafen – das hatten wir bisher noch nie“, staunte gestern selbst Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke über die außergewöhnliche Kreuzfahrerkulisse in Kiel. Am gerade noch rechzeitig fertig gestellten Ostseekai legte in den Morgenstunden der Tui-Riese „Mein Schiff 1“ mit knapp 2000 Passagieren und 780 Mann Besatzung an. Einen „Leinenwurf“ dahinter machte das Kreuzfahrtschiff „Eurodam“ der Holland-America Line mit 2100 Passagieren und 930 Mann Besatzung fest. Weil damit die Liegeplätze für Ü300 Schiffe (länger als 300 Meter) alle belegt waren , musste – oder besser: durfte – die Costa Pacifica im Ostuferhafen anlegen und wurde dort mit allen Ehren von der Crème de la Crème der schleswig-holsteinischen Politik begrüßt. Die 3780 Passagiere und 1100 Besatzungsmitglieder waren nämlich die ersten, die im neuen, mit innovativer Technik ausgestatteten Terminal abgefertigt wurden. Das italienische Schiff hatte bereits am frühen Morgen aus Stockholm kommend am Liegeplatz Nr. 1 festgemacht.

Kiel verfügt damit jetzt über drei Terminal-Liegeplätze für den Passagierwechsel großer Kreuzfahrtschiffe. „Der Pavillonneubau an Liegeplatz Nr. 1 bietet beste nautische und operative Bedingungen – auch jetzt schon, obwohl im Außenbereich noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sind“, freute sich Claus. Der Liegeplatz hat eine Kailänge von 400 Metern bei einer durchgehenden Wassertiefe von 10 Metern. Er wurde 2013 bereits drei mal genutzt – allerdings fehlte die Abfertigungshalle. Hierfür wurde jetzt an der Stirnseite einer riesigen Lagerhalle eine 110 Meter lange und 14 Meter breite Stahlkonstruktion errichtet und mit einer durchsichtigen Fassade versehen. Die sieht aus wie aus Glas, besteht in Wirklichkeit aber aus Plastikfolien. Diese ETFE-Folie wird eingespannt und aufgeblasen. Sie ist komplett durchsichtig, stark selbstreinigend und bedeckt eine Fläche von 1670 Quadratmetern. Bislang wurde diese Technik nur bei Sportstätten wie der Münchner Fußballarena oder dem Olympiastadion in Sotschi angewendet.

Der Check-in und Wartebereich im neuen Terminal umfasst eine Grundfläche von 1560 Quadratmetern. Hinzu kommt – direkt ineinander übergehend – noch einmal doppelt so viel Hallenfläche für Gepäck und Kontrollbereiche. „Hier ist eine leistungsfähige Anlage entstanden, die für Schiffe mit bis zu 4000 Passagieren ausgelegt ist“, so Claus. In Zukunft werden Passagiere zudem die Möglichkeit haben, private Pkw für die Dauer der Kreuzfahrt direkt am Terminal zu parken.

Insgesamt hat der Seehafen mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein 4,5 Millionen Euro in den Ausbau von Liegeplatz und Passagierpavillon investiert. „Kiel hat in den vergangenen Jahren hervorragende Infrastrukturen für das Fähr- und Kreuzfahrtgeschäft aufgebaut. Das sind richtige Entscheidungen gewesen, denn der Trend zum Seetourismus ist weiterhin ungebrochen“, betonte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Mit dem anhaltenden Wachstum des Marktes steige die Nachfrage nach Liegeplätzen insbesondere für große Kreuzfahrtschiffe. Laut Claus habe Kiel ähnlich wie Kopenhagen oder Hamburg nach Anlegestellen außerhalb der Innenstadtlage gesucht. „Dies ist uns gelungen, da sowohl der Hauptbahnhof als auch die Autobahnen vom Ostuferhafen binnen weniger Minuten zu erreichen sind“. Zudem verfügt der Liegeplatz über einen Gleisanschluss, so dass geprüft wird, ob eine Zugverbindung für Kreuzfahrtpassagiere zwischen Terminal und Hauptbahnhof eingerichtet werden kann.

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