zur Navigation springen

Die wundersame Banken-Erholung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es muss eine Genugtuung sein für Commerzbank-Chef Martin Blessing, dass sich der Aktienkurs seiner Bank im letzten halben Jahr mehr als verdoppelt hat. Dabei hatte die Bank lange so viel Kritik über sich ergehen lassen müssen. Auch das Papier der Deutschen Bank hat um gut 25 Prozent zugelegt. Das scheint verwunderlich, wo sie doch seit Monaten fast wöchentlich Schlagzeilen macht wegen Manipulationsvorwürfen oder teurer Rechtsstreitigkeiten. Aber die Banken profitieren von der Aufweichung der Verschuldungsquote, die die Baseler Bankenaufseher jetzt beschlossen hatten. Das eröffnet den Instituten bessere Geschäftsmöglichkeiten – und das freut die Anleger. Dass damit auch das Risiko steigt, dass die Geldhäuser diese Möglichkeiten ausnutzen, ist ihnen dabei herzlich egal.

Aber die Banken haben auch davon profitiert, dass sich die Kurse der Staatsanleihen vor allem der südeuropäischen Krisenländer erholt haben. Davon aber liegen noch einige in den Bilanzen der Geldhäuser, das kommt vor allem den italienischen und spanischen Banken zugute, aber auch der Commerzbank. Die hat es zudem geschafft, die Vermögenswerte, die sie abstoßen möchte, weiter zu verkaufen – etwa bei den ungeliebten Schiffskrediten. Es geht also voran.

Doch die Bankenaufsicht Bafin mahnt zu Recht, dass man sich nicht mehr auf die Selbstkontrolle der Banken verlassen darf. Die Umbauarbeiten sind vor allem auf Druck der Regulierer erfolgt, ohne deren strengere Vorschriften hätten die Finanzinstitute sich wohl nicht so stark ans Aufräumen gemacht. Getrickst wurde an der Feststellung der Referenzpreise für Gold und Silber, aber auch an denen für Devisen. Um das künftig zu unterbinden, sollte man deshalb auch diese Geschäfte auf staatlich überwachten Marktplätzen abwickeln, so die BaFin. Recht hat sie.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Jan.2014 | 13:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert