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Die Sonne lässt den Strompreis noch weiter steigen

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erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Berlin | Die Verbraucher müssen erneut mit höheren Strompreisen rechnen. Nach einer internen Kosten-Simulation der Bundesregierung werde der Strompreis 2014, so "Bild" gestern, um rund einen Cent je Kilowattstunde angehoben. Hintergrund sei die EEG-Umlage, die 2014 voraussichtlich von derzeit 5,3 Cent auf 6,2 Cent pro Kilowattstunde steigen werde. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" errechnete sogar einen Anstieg auf über 7 Cent. Einen Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch würde das rund 70 Euro mehr kosten.

Schuld daran sei der derzeit niedrige Strompreis an der Börse, hieß es. Die Differenz zwischen ihm und der den Erzeugern garantierten Einspeisevergütung macht die Umlage aus, die die Stromverbraucher bezahlen müssen: Sinkt der Börsenstrompreis, steigt also die Umlage. Statt der für 2013 erwarteten 5,115 Cent/kWh gab es im Juni an der Börse im Schnitt nur 2,7 Cent/kWh für Ökostrom.

Zudem wurde im sonnenreichen Juli mehr Solarenergie produziert, die zu garantierten Preisen abgenommen wird. So erreichte die Einspeisung aus Photovoltaik mit 5,1 TWh (Terrawattstunden) ein neues Rekordniveau, so die Studie.

Vor dem Hintergrund dieser Berichte bekräftigte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) seine Forderung nach einer Strompreisbremse. Ziel sei ein parteiübergreifender Konsens, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Eine Preisbremse solle helfen, einer starken Steigerung der EEG-Umlage entgegenzuwirken.

Kritik kam von der SPD. Fraktionsvize Hubertus Heil erklärte, notwendig sei eine Reform des EEG, die den Ausbau der Erneuerbaren langfristig sichere und die Kosten begrenze. Auch Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin forderte billigeren Strom: Um die Umlage zu senken, müsse die Produktion des derzeit massiv ins Netz geleiteten, schmutzigen Kohlestroms durch eine angemessene CO2-Abgabe verteuert werden. Außerdem müsse der niedrigere Börsenstrompreis an die Verbraucher weitergegeben werden. Dazu müsse der Wettbewerb zwischen den Stromanbietern gesteigert werden.

Beunruhigt reagierten die Sozialverbände. Der Armutsexperte des Bundesverbands Diakonie, Michael David, erklärte, energieeffiziente Wohnungen und stromsparende Haushaltsgeräte müssten gefördert werden. Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wolfgang Stadler, kritisierte, dass einkommensschwache Haushalte mit den zusätzlichen Kosten alleine gelassen werden.

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