Finanzen : Die Schattenseite der niedrigen Zinsen: SH muss tief in die Tasche greifen

<p>Das Land SH musste 2017 knapp 1,3 Millionen Euro Negativzinsen zahlen.</p>

Das Land SH musste 2017 knapp 1,3 Millionen Euro Negativzinsen zahlen.

Die Banken zahlen dem Land für seine Geldanlagen auf ihren Konten keine Zinsen, sondern kassieren stattdessen „Verwahrentgelte“.

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31. Dezember 2017, 17:31 Uhr

Kiel | Mit rund 27 Milliarden Verbindlichkeiten trägt das Land Schleswig-Holstein eine vergleichsweise hohe Schuldenlast. Dementsprechend ist auch die Zinslast beträchtlich – 2010 musste das Land fast eine Milliarde Euro dafür aufbringen. Die Niedrigzins-Phase hat Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) in den letzten Jahren jedoch viel Geld gespart. 2015 konnten die Zinskosten auf rund 650 Millionen Euro gesenkt werden.

In diesem Jahr erlebt die Finanzministerin jedoch zum ersten Mal die Schattenseite der europäischen Geldpolitik – bis zum Stichtag 30. November musste das Land 2017 knapp 1,3 Millionen Euro Negativzinsen zahlen.

Das heißt, Banken und Sparkassen zahlen dem Land für Geldanlagen des Landes auf ihren Konten keine Zinsen, sondern kassieren stattdessen „Verwahrentgelte“. So wurden beispielsweise an die Deutsche Bundesbank über 303.000 Euro gezahlt, an Nord/LB Luxembourg CoveredBond-Bank über 204.000 Euro und selbst die mit Landes-Milliarden gestützte HSH-Nordbank kassierte knapp 30.000 Euro.

Bemerkenswert: Insgesamt zahlt das Land knapp 944.000 Euro an Banken, bei denen es keine Konten unterhält. Dazu erklärte ein Sprecher, die Angebote auf dem freien Finanzmarkt seien günstiger als die der kontoführenden Banken.

Ob die Summen im kommenden Jahr noch weiter ansteigen, dazu wollte sich das Finanzministerium nicht konkret äußern. Die Höhe der Guthaben, die Konditionen der Banken und die daraus entstehenden Verwahrentgelte variieren täglich, heißt es in der Antwort auf eine entsprechende Kleine Anfrage von AfD-Fraktionschef Jörg Nobis. Eine Voraussage sei daher nicht möglich.

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