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Falsche Herstellerangaben : Die Lüge vom Spritsparer

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Die Deutsche Umwelthilfe schlägt als Autokäuferhilfe Alarm: Die Autobauer manipulierten die Angaben zum Treibstoffverbrauch. Die Industrie weist diese Vorwürfe zurück.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 10:16 Uhr

Berlin | Die Deutsche Umwelthilfe wirft der Autoindustrie gezielte Manipulation bei den Angaben zum Benzinverbrauch vor. Bei einzelnen Modellen ergäben sich Unterschiede zwischen den Herstellerinformationen und den tatsächlichen Werten von bis zu 42 Prozent, teilte der Verband gestern unter Berufung auf eine eigene Auswertung auf der Basis des ADAC Eco Test mit. Aufgeführt wurden 144 Fahrzeuge. Im Branchendurchschnitt sei eine Differenz von 23 Prozent üblich. Dies sei mehr als drei Mal so hoch wie noch 2001.
Die Umwelthilfe begründet ihren Vorwurf damit, dass die Autobauer die niedrigen Normverbräuche mit Hilfe zahlreicher technischer Tricks bis hin zu rechtswidrigen Manipulationen ermittelten. So würden die Bordcomputer neuer Fahrzeuge mit immer ausgefeilteren Diagnosetools erkennen, dass sich das Auto auf einem Rollenprüfstand befindet, und schalteten daraufhin in einen Test-Modus. Einige Hersteller koppelten auch die Lichtmaschine ab, um den Spritverbrauch zu senken. Beliebt sei auch die Verwendung besonders rollwiderstandsarmer, mit stark erhöhtem Luftdruck befüllter Spezialreifen.
Durch die Täuschung entstehe den Kunden ein Schaden von mehreren tausend Euro. Da sich die Kfz-Steuer seit 2009 an Kraftstoffverbrauch und Kohlendioxidemissionen bemisst, entgingen aber auch dem Staat Einnahmen bis zu dreistelliger Millionenhöhe, hieß es. Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch forderte die Bundesregierung auf, das Kraftfahrtbundesamt zu Nachmessungen unter realen Bedingungen zu verpflichten. Der Verband der Automobilindustrie trat der Darstellung der Umwelthilfe entgegen und führte die Abweichungen vom Normverbrauch unter anderem auf die individuelle Fahrweise, die Straßenbeschaffenheit und Witterungsverhältnisse zurück.

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