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DGB Nord warnt: EU-Mitarbeiter nicht als Lückenbüßer missbrauchen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 13:48 Uhr

Der DGB hat Arbeitgeber im Norden aufgefordert, neu zugereiste Mitarbeiter aus EU-Ländern nicht als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen. Notwendig sei, sie über Arbeitnehmerrechte, Tarifverträge und Arbeitsbedingungen aufzuklären, teilte der Gewerkschaftsbund gestern mit. „Die Arbeitskräfte werden vielfach als Lückenbüßer und Billiglöhner in Gaststätten, im Sicherheitsgewerbe und in der Altenpflege eingesetzt“, kritisierte der DGB-Nordchef, Uwe Polkaehn. Die Unterstützung von EU-Azubis und -Fachkräften werde ein Schwerpunkt gewerkschaftlicher Arbeit.

Die Fördermittel aus dem Sonderprogramm des Bundes „MobiPro-EU“ kann die Nachfrage nicht mehr decken, wie das Bundesarbeitsministerium und die Agentur für Arbeit im Internetauftritt „The Job of My Life“ mitteilten. Unterstützung gab es unter anderem für Deutschkurse, Reisekosten zum Bewerbungsgespräch und für ausbildungsbegleitende Hilfen.

Der DGB Nord fordert, dieses Programm zu überarbeiten und noch in diesem Jahr fortzuführen. Dabei müsse künftig ausgeschlossen werden, dass sich Bildungsträger zu Lasten junger Menschen eine goldene Nase verdienten.


1409 EU-Facharbeiter suchen Jobs im Norden


„Die Fördertöpfe werden von den Unternehmen genutzt, aber vielfach fehlt die Willkommenskultur – die Folge sind Überforderungen und hohe Abbrecherquoten“, ergänzte Polkaehn. Hinter jedem Antrag müsse ein gesicherter Ausbildungsplatz in einem ausbildungsfähigen Betrieb stehen.

Mecklenburg-Vorpommern war nach Gewerkschaftsangaben mit rund 3100 Anträgen für Azubis Spitzenreiter (Stand Ende Februar). Auch für Fachkräfte gab es rund 3128 Anträge. In diesem Segment nannte der DGB für Hamburg 866 Anträge, für Schleswig-Holstein 543. Der DGB Bezirk Nord ist in den drei Bundesländern mit rund 430 000 Mitgliedern vertreten.

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