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Milliarden-Überschuss : Deutschland profitiert von Arbeitsmarkt und Konjunktur

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Ein Überschuss von 21,1 Milliarden Euro kann der deutsche Staat verbuchen. Einfluss auf die guten Zahlen hat die Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen im Juni.

Berlin | Der robuste Arbeitsmarkt und die günstige Konjunkturentwicklung haben dem deutschen Staat im ersten Halbjahr 2015 einen Überschuss von 21,1 Milliarden Euro beschert. Nach vorläufigen Ergebnissen schlossen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung das Halbjahr mit einer Überschussquote von 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) ab, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Zugleich bestätigte die Behörde, dass die deutsche Wirtschaft ihren Wachstumskurs im Frühjahr fortgesetzt hat: Getrieben vom starken Außenhandel kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent. Zu Jahresbeginn war der Anstieg mit 0,3 Prozent etwas moderater ausgefallen.

Die Hälfte des gesamtstaatlichen Überschusses entfiel im ersten Halbjahr auf den Bund, der einen Überschuss von 10,5 Milliarden Euro erzielen konnte. Wesentlichen Einfluss hatten nach den Angaben die Erlöse aus der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen im Juni 2015, die eine Sondereinnahme von 4,4 Milliarden Euro in die Kassen des Bundes spülten.

Die deutsche Wirtschaft lässt sich unterdessen von den Turbulenzen an den Börsen in China und der Wachstumsschwäche in Schwellenländern bislang nicht erschüttern. Der vielbeachtete Ifo-Geschäftsklimaindex legte im August leicht von 108 auf 108,3 Punkte zu und überraschte damit viele Konjunkturexperten, die einen Rückgang erwartet hatten. „Die deutsche Wirtschaft bleibt ein Fels in der weltwirtschaftlichen Brandung“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Dienstag in München.

Ihre aktuelle Lage bewerteten die rund 7000 befragten Firmen im Schnitt deutlich besser als noch im Vormonat. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate fielen nur geringfügig schlechter aus als im Juli. „Die deutschen Unternehmen lassen sich von der chinesischen Wirtschaftspolitik zumindest derzeit noch nicht verunsichern. Das freut mich, denn die Finanzmärkte übertreiben“, sagte der Chefvolkswirt der KfW-Bank, Jörg Zeuner.

Allerdings spiegelt sich die jüngste Entwicklung an den Börsen noch nicht in dem Ifo-Index für August wider, da viele Unternehmen den Fragebogen schon in der ersten Monatshälfte ausfüllen und abschicken. Dieser zeitliche Verzug gilt als eine Schwachstelle des Ifo-Index, da aktuelle Entwicklungen somit oft erst im Folgemonat sichtbar werden.

Jeden Monat befragt das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung Firmen aller Branchen und Größenordnungen nach der Einschätzung ihrer aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen und ermittelt daraus den Ifo-Index. Er gilt als ein wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Wirtschaft, da er das Auf und Ab der Konjunktur seit Jahren recht zuverlässig abbildet.

Sowohl im Juli als auch im August hatten Experten mit einem Rückgang des Ifo-Index gerechnet: In beiden Monaten lagen sie daneben und wurden vom anhaltenden Optimismus in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft überrascht. Gründe dafür gibt es aus Sicht der KfW-Bank aber trotz aller Turbulenzen durchaus. „Deutschlands Wirtschaft profitiert eindeutig vom Euro, vom Ölpreis und von Wachstum in Europa“, sagte KfW-Volkswirt Zeuner.

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erstellt am 25.Aug.2015 | 11:27 Uhr

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