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BIP-Wachstum : Deutsche Wirtschaft: Mini-Plus dank kauflustiger Verbraucher

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Billiger Sprit entlastet die Kassen, Sparen bringt nichts: Zwei Faktoren, die zu einem kleinen BIP-Plus beitrugen.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 12:26 Uhr

Wiesbaden | Die Kauflust der deutschen Verbraucher hat Deutschland vor dem Absturz in die Rezession bewahrt: Nach dem schwachen Frühjahr ist die deutsche Wirtschaft im Sommer wieder leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung nach korrigierten Zahlen geringfügig um 0,1 (statt bisher angenommen: 0,2) Prozent zum Auftaktquartal geschrumpft, auch weil die zahlreichen Krisenherde rund um den Globus Unternehmer verunsicherten.

Insgesamt habe sich die deutsche Wirtschaft in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld als stabil erwiesen, erklärten die Statistiker. Während die Investitionen das Wachstum weiter bremsten, schob der Außenhandel endlich wieder die Konjunktur an: Die Exporte stiegen nach Angaben des Bundesamtes im Vorquartalsvergleich stärker als die Importe. Ein Grund dafür dürfte auch der zum Dollar schwächere Euro sein, der deutsche Produkte auf den Weltmärkten billiger macht.

Positive Impulse kamen nach den vorläufigen Berechnungen aber vor allem von den privaten Haushalten, die ihre Konsumausgaben kräftig erhöhten: Wegen der extrem niedrigen Zinsen geben die Menschen ihr Geld lieber aus, als es auf die hohe Kante zu legen und real Verluste einzufahren.

Zudem ist der Arbeitsmarkt robust und „bleibt Garant für eine zuverlässige Entwicklung der privaten Konsumausgaben“, unterstrich das Bundeswirtschaftsministerium kürzlich. Für zusätzliche Kaufkraft sorgt die niedrige Inflation: Wegen des kräftigen Rückgangs der Preise für Heizöl und Sprit haben die Menschen mehr Geld in der Tasche.

Auch im Vergleich zum Vorjahr hat die deutsche Wirtschaft zugelegt: Das preisbereinigte BIP war im dritten Quartal 2014 um 1,2 Prozent höher als im dritten Quartal 2013.

Nach dem rasanten Jahresstart (BIP-Wachstum von 0,8 Prozent) und dem Dämpfer im Frühjahr hatten Volkswirte im Sommer nur ein Mini-Wachstum vorhergesagt. Mehr war auch wegen der deutlichen Eintrübung der Stimmung in den Unternehmen nicht zu erwarten. Aus Sicht von KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner bleibt die deutsche Konjunktur seit der Vollbremsung im Frühjahr kraftlos. Daran werde sich bis in das neue Jahr hinein nichts ändern: „Wichtigste Gründe sind die Unsicherheit aufgrund der zahlreichen geopolitischen Krisen, vor allem aber die immer wieder aufs Neue enttäuschten Hoffnungen auf einen Aufschwung für Europa.“ Die schwierigen internationalen Rahmenbedingungen ließen die Unternehmen in erheblichem Umfang mit Investitionen zögern.

Statistisches Bundesamt zu BIP Q3/2014

Deutsches BIP preisbereinigt seit 2006

Statistisches Bundesamt zu BIP Q2/2014

Eurostat zu BIP auf einen Blick

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