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Deutsche Reeder: „Die Krise ist noch nicht vorbei“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dachverband beklagt bereits das sechste schlechte Geschäftsjahr in Folge

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die deutschen Reeder schreiben das sechste Jahr der Schifffahrtskrise – und ein Ende ist nicht in Sicht. „Wäre ich vor einem Jahr gefragt worden, hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass wir das Niveau der Frachtraten von 2012 in diesem Jahr noch einmal unterbieten werden“, sagte Michael Behrendt, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) gestern in Hamburg. Froh sei man jedoch, dass im Gegensatz zu anderen Ländern die deutschen Reedereien weitgehend von Insolvenzen verschont worden seien. Immerhin: Die deutschen Reeder behaupten nach wie vor ihre führende Position in der Containerschifffahrt: Mit 1570 Schiffen, die rund 4,7 Millionen Standardcontainer (TEU) transportieren können, halten sie ihren Marktanteil von knapp 30 Prozent.

Doch die deutsche Handelsflotte schrumpft. Mit 3523 Schiffen sind 148 weniger auf den Weltmeeren unterwegs als noch vor einem Jahr. Mit der schwindenden Flotte nimmt auch die Zahl der Seeleute ab. Waren Ende 2012 noch 72 600 Personen bei deutschen Schiffsunternehmen beschäftigt, sind es es zwölf Monate später nur noch 71 000. Desweiteren bringen die strengeren Umweltauflagen für die Charter- und Linienreeder weitere Kostenbelastungen. So treten ab Januar 2015 Emissions-Kontrollgebiete in Nord- und Ostsee in Kraft, für die strenge Grenzwerte von Schwefelanteilen im Treibstoff festgelegt wurden. Umweltfreundlicherer Schiffsdiesel kostet aber bis zu 50 Prozent mehr als normales Schweröl. Die Reeder können dann auf teureren Treibstoff umschwenken oder Abgasfilter einbauen. Doch eine Umrüstung kostet selbst bei kleinen Schiffen bis zu zwei Millionen Euro – Kosten, die letztlich beim Kunden landen werden, prophezeit Behrendt.

Ob die Krise bereits im kommenden Jahr überwunden werden kann, darauf wollte sich VDR-Präsident Behrendt gestern nicht festlegen. „Die Krise ist noch nicht vorbei.“ Er hofft jedoch, dass sich bis 2015 das Überangebot an Schiffsraum reguliert und Angebot und Nachfrage wieder ein gesundes Verhältnis zueinander finden.

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