Schlupflöcher beim Immobilienkauf : Deutsche kaufen mehr Ferienhäuser in Dänemark

Zunehmend finden Dänemark-Freunde Wege, wie sie an ein Ferienhaus kommen.

Zunehmend finden Dänemark-Freunde Wege, wie sie an ein Ferienhaus kommen.

Seit 44 Jahren haben Deutsche keinen Zugriff mehr auf den Ferienhausmarkt. Manche haben trotzdem den Dreh raus.

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07. November 2017, 16:50 Uhr

Kopenhagen | Schon seit einigen Jahren schielen Deutsche vermehrt auf Wohnhäuser in Dänemark. Rechtlich ist der Hauskauf kein Problem, solange man seinen Wohnsitz fest über die Grenze verlegt. Anders sieht es weiterhin bei den beliebten Sommerhäusern (Ferienhäusern) aus. Seit 1973 ist es unter der nach wie vor geltenden Rechtslage für Ausländer fast unmöglich, Eigentümer eines Urlaubsrefugiums zu werden. Aber eben nur fast.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der an Deutsche verkauften Ferienhäuser allerdings deutlich zugenommen. Eine Sonderregelung macht das möglich. Die Zahl der deutschen Ferienhauskäufer hat sich seit 2014 mehr als verdreifacht. Von 27 Kaufgenehmigungen, die das Justizministerium im Jahr 2014 gegeben hat, ging es im vergangenen Jahr auf 92 hinauf.

Mads Ellegaard, Informationschef bei der Maklergruppe Home, erklärt, dass „die größer werdende Zahl darauf hindeutet, dass die Deutschen darauf aufmerksam geworden sind, wie sie die Genehmigung für den Kauf eines Sommerhauses bekommen können.” Das ist eigentlich den dänischen Bürgern vorbehalten. Es gibt jedoch Schlupflöcher. „So sind Urlaubsaufenthalte, die dokumentiert über viele Jahre in Dänemark abgehalten wurden, ein Grund dafür, eine Genehmigung für den Sommerhauskauf zu bekommen”, erklärt der Immobilienfachmann.

Die Dänen haben mehrheitlich nichts dagegen, dass EU-Ausländer Ferienhäuser in Dänemark kaufen. Das zumindest geht aus einer YouGov-Umfrage hervor, die zu Beginn in dieses Jahres durchgeführt wurde. 66 Prozent waren dafür, anderen EU-Bürgern die Erlaubnis zum Sommerhauskauf zu geben. 23 Prozent stimmten dagegen.

Insgesamt wurden 2016 mehr als 6000 Ferienhäuser verkauft. Davon gingen 248 an Nicht-Dänen. Deutsche investierten vor allem an der Westküste und im Grenzland.

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