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Sparkurs : Deutsche Bank baut Tausende Stellen ab

vom

Etwa 9000 Arbeitsplätze sollen in Deutschland abgebaut werden. Auch Filialen müssen schließen.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 10:53 Uhr

Frankfurt | Die Deutsche Bank streicht netto rund 9000 Arbeitsplätze. Das teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. Darüber hinaus wird der Dax-Konzern über den Verkauf von Beteiligungen in den nächsten zwei Jahren seinen Mitarbeiterstamm von zuletzt etwa 103.000 um weitere 20.000 Vollzeitkräfte verringern. Dabei geht es vor allem um die bereits beschlossene Trennung von der Postbank.

Die Deutsche Bank hatte vor knapp drei Wochen den höchsten Milliardenverlust der Firmengeschichte bekanntgegeben: Das Geldhaus erwartet für das dritte Quartal unter dem Strich 6,2 Milliarden Euro Verlust - das ist noch mehr als zum Höhepunkt der Finanzkrise 2008 als die Lehman-Pleite die Finanzwelt schockte.

Ein Großteil der Stellenstreichungen im Privatkundengeschäft der Deutschen Bank trifft den Heimatmarkt Deutschland. In Deutschland will das Institut etwa 4000 Stellen abbauen, wie Privatkundenchef Christian Sewing ausführte. Insgesamt sollen bis 2018 zusätzlich zum Postbank-Verkauf unter dem Strich rund 9000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Noch unter dem alten Vorstand hatte der Dax-Konzern im April beschlossen, bis Ende 2017 etwa 200 der 700 eigenen Filialen zu schließen. Dies werde vor allem Ballungsräume treffen, aus der Fläche wolle sich die Bank nicht zurückziehen, betonte Sewing: „Wir werden weiterhin mit über 500 Filialen in Deutschland präsent sein und damit die Fläche sehr gut abdecken.“

Schrumpfen wird die Bank auch ihre internationale Präsenz: Die Deutsche Bank zieht sich aus zehn Ländern vollständig zurück, darunter Argentinien, Chile, Mexiko und Dänemark. Der Sparkurs soll die Kosten um brutto rund 3,8 Milliarden Euro drücken. Die Kosten für den Umbau inklusive Abfindungen bezifferte das Geldhaus auf rund 3,0 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro.

Damit setzt die Bank ihren harten Umbau unter dem seit Juli amtierenden Co-Chef John Cryan fort. In der Bilanz räumte das neue Management kräftig auf, was zu einem Rekordverlust von sechs Milliarden Euro im dritten Quartal führte. Am Mittwoch wurde die Streichung der Dividende für die Jahre 2015 und 2016 verkündet.

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