zur Navigation springen

Der Umwelt zuliebe: Reeder rüsten auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die norwegische Reederei Color Line investiert 36 Millionen Euro in die Reinigung der Abgase. Die erste Fähre wurde bereits mit einem sogenannten Scrubber umgerüstet. Drei weitere sollen bis Anfang kommenden Jahres folgen. Freiwillig macht das Unternehmen dies jedoch nicht. Ab 2015 gelten Umweltauflagen der Internationalen Schifffahrts-Organisation (Imo), die den Schwefelanteil im Treibstoff reduzieren sollen. Für die Reedereien eine wirtschaftliche Herausforderung. Die ersten Reedereien hätten angekündigt, sich aus dem Markt zurückzuziehen, erklärt Color Line-Geschäftsführer Jörg Rudolph. Er ist überzeugt: „Es wird eine Marktbereinigung geben“.

Die Schiffe fahren heute mit Schweröl, auch Bunkeröl genannt, das in Raffinerien nach dem Abdestillieren von Benzin, Kerosin und Diesel zurückbleibt und einen hohen Anteil an giftigen Stoffen enthält. Bei der Scrubber-Technologie werden die Abgase des Schiffs durch vernebeltes Meerwasser geleitet, wobei die Schwefeloxide zu schwefliger Säure gebunden werden. Das Wasser wird anschließend gereinigt und wieder ins Meer zurückgelassen. Der übrig gebliebene Schlamm wird alle drei bis vier Wochen als Sondermüll an Land entsorgt. Neu ist die Technologie nicht. Sie wird bereits seit vielen Jahren als Entschwefelungsanlage in Kohlekraftwerken eingesetzt.

Optimal sieht Rudolph die Kombination des Scrubber-Reaktors mit Landstrom im Hafen, wie es seit Jahren in Oslo geschieht. So wird nicht nur der Schadstoffausstoß vermieden, sondern auch der Lärm reduziert. In Deutschland ist dies noch Zukunftsmusik. Hamburg hat gerade von der EU die Zusage für Fördergelder in Höhe von sechs Millionen Euro für den Ausbau des Landstroms erhalten. In Kiel verhandelt Rudolph noch mit der Landesregierung über den Stromanschluss. Der Geschäftsführer hofft, dass dies bis zum Frühjahr nächsten Jahres realisiert werden kann.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 13:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert