Der Norden soll zum Ganzjahres-Reiseziel werden

Schleswig-Holstein – nicht nur im Sommer ein attraktives und erlebenswertes Urlaubsziel.
Schleswig-Holstein – nicht nur im Sommer ein attraktives und erlebenswertes Urlaubsziel.

Wirtschaftsminister Meyer: Land unterstützt den Tourismus mit einem Sonderförderprogramm in Höhe von 30 Millionen Euro

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04. Dezember 2014, 15:09 Uhr

Nach langen Jahren der Stagnation spiegelt sich der Aufwärtstrend für den Schleswig-Holstein-Tourismus auch in einer steigenden Stimmung der Gastronomen und Hotelbetreiber wider. Der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) regelmäßig erhobene Konjunkturklimaindex verzeichnet aktuell für das Beherbergungsgewerbe einen Rekordwert. Die Gastronomie verbucht zwar etwas geringere Anstiege, liegt aber ebenfalls über den Werten des Vorjahrs. „Das war nicht das Wetter allein. Es zahlt sich jetzt aus, dass in den letzten Jahren in Sachen Qualität einiges passiert ist“, sagte der Flensburger IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein, als er die Zahlen gestern auf dem diesjährigen Tourismustag im Sylter Congress Centrum mit knapp 400 Teilnehmern vorstellte.

Der Gesamtklimaindex liegt mit derzeit 124,7 Punkten 16 Zähler über dem Vorjahreswert. Er übertrifft auch das langjährige Mittel von 104 deutlich. Die Stimmung in der Hotellerie setzt sich mit 132,8 Punkten deutlich ab von der im Gastgewerbe mit 119,3. 47 Prozent der Betriebe registrierten innerhalb des letzten Halbjahrs ein Umsatzplus.

Bei allem Jubel: Spürbar klingt in der aktuellen Umfrage nach den Worten Steins der Fachkräftemangel durch. 57,2 Prozent der Betriebe können derzeit offene Stellen deshalb längerfristig nicht besetzen. 64,7 Prozent sehen in fehlenden personellen Ressourcen das größte Risiko für eine langfristig weiter positive wirtschaftliche Entwicklung. Gut für die vorhandenen Berufstätigen im Hotel- und Restaurantfach: 44,5 Prozent der Unternehmen wollen ihre Attraktivität durch höhere Gehälter oder eine verbesserte Arbeitsplatzqualität steigern. „Da gibt es auch deutlichen Optimierungsbedarf“, sagte Stein.

Die Voraussetzungen für ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse werden sich nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer deutlich verbessern, wenn das übergeordnete Ziel der neuen Tourismusstrategie für Schleswig-Holstein aufgeht: den Norden zum Ganzjahres-Reiseziel zu machen. Deshalb zeige das neue Marketing der Tourismusagentur Schleswig-Holstein „nicht künstlich immer nur Sommer“, sondern greife die Witterung des Nordens authentischer auf. Deshalb stehen ausländische Gäste stärker im Fokus, die derzeit nur sieben Prozent der Urlauber im Land ausmachen, die insgesamt in Deutschland aber seit Jahren im Kommen sind. Vor allem aber ist die Tourismusbranche nach den Worten des Ministers aufgerufen, neue und hochwertige Unterkünfte zu schaffen. Darin sieht der SPD-Politiker den Schlüssel, um wie geplant bis zum Jahr 2025 sowohl die Übernachtungen als auch den touristischen Brutto-Umsatz des Fremdenverkehrs um 30 Prozent zu erhöhen. Das Land werde den Prozess mit einem Sonderförderprogramm Tourismus von 30 Millionen Euro auch für die einzelbetriebliche Förderung begleiten. Zudem bekannte sich Meyer zu einer Vorreiterrolle von Land und Kommunen, die öffentliche touristische Infrastruktur mit weiteren Mitteln zu modernisieren. St. Peter-Ording, Büsum oder Heiligenhafen seien Beispiele dafür, dass dann private Investitionen folgten.

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