Der Handel rückt zusammen

Der Einzelhandel im Norden soll durch einen gemeinsamen Verband gestärkt werden.  Foto: dpa
Der Einzelhandel im Norden soll durch einen gemeinsamen Verband gestärkt werden. Foto: dpa

Die Branchenverbände von Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fusionieren

shz.de von
25. Mai 2013, 03:59 Uhr

Hamburg/Kiel | Der Einzelhandel im Norden formiert sich neu: Künftig wird es für die Unternehmen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unter dem Dach des Einzelhandelsverband Nord e.V. (EHV Nord) nur noch eine Vertretung der Branche geben. Dies teilten die Fachverbände des Hamburger Einzelhandels (FHE) und der Einzelhandelsverband Nord gestern mit. Mit der Fusion hätten die Verbände rechtlich das vollzogen, "was in den vergangenen Jahren ohnehin schon in vielen Bereichen praktiziert wurde", hieß es. "Ich bin froh und zufrieden, dass wir die Fusion nun vollzogen haben", sagte Hans-Jürgen Frick, Präsident des EHV Nord über die Verschmelzung. Auch dem neuen Verband soll Frick als Präsident vorstehen, der Sitz weiterhin in Kiel sein.

"Es macht schon viel Zeit einzelne Verbände zu schlagkräftigeren Einheiten zusammenzulegen", betont EHV-Geschäftsführerin Monika Dürrer. Es seien die "vielbeschworenen Synergien", um die es hier gehe. Für die Unternehmen ist ihren Ausführungen zufolge die Grenze zwischen den Bundesländern eh weitestgehend irrelevant. "Viele unserer Mitgleider haben Zentralen oder Filialen in Hamburg", sagt sie etwa.

Dabei kam die Fusion der beiden Verbände aber auch keineswegs über Nacht. Bereits 1994 fusionierten die Einzelhandelsverbände von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, seit 2006 besteht eine Zusammenarbeit mit den Fachverbänden in Hamburg. Der Zusammenschluss schafft nun einen Verband mit rund 31 000 Unternehmen und mehr als 255 000 Mitarbeitern, die laut Verbandsangaben jährlich etwa 35 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Bedenken, dass Hamburg in der neuen Verbandskonstruktion eine dominierende Rolle einnehmen und sich die Interesse der Branchenvertreter zunehmend auf die Elbmetropole konzentrieren könnten, weist Dürrer schon mit Blick auf die Größenverhältnisse zurück, denn mit 13 500 Unternehmen ist Schleswig-Holstein der mit Abstand größte Partner in diesem Zusammenschlusss. 7000 Unternehmen zählt Mecklenburg-Vorpommern, 10 500 kommen nun aus Hamburg hinzu.

Die Fusion ist dabei auch der zunehmenden Anzahl von Themen geschuldet, mit denen sich die Branchenvertreter auseinanderzusetzen haben. "Ein Skandal jagt den nächsten", so Dürrer. Zudem haben Experten zuletzt verstärkt darauf hingewiesen, dass die Herausforderungen des Einzelhandels auch durch die Konkurrenz aus dem Internet und den demographischen Wandel immer größer würden.

Die offizielle Feier zu der Fison soll Ende August auf Schloss Wotersen (Kreis Herzogtum Lauenburg) im Beisein von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz sowie dem Chef der Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel, stattfinden.

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