Europaparlament : Der Döner ist gerettet: Fleischspieße dürfen weiter Phosphate enthalten

500 Tonnen Döner werden täglich in der EU verzehrt.
500 Tonnen Döner werden täglich in der EU verzehrt.

Im Europaparlament wurde am Mittwoch gegen das Verbot von Phosphat in Fleischspießen gestimmt.

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13. Dezember 2017, 13:52 Uhr

Straßburg | Der Döner darf auch weiterhin Phosphate enthalten. Im Europaparlament scheiterte am Mittwoch in Straßburg der Versuch, die Erlaubnis für Phosphat im Döner durch die EU-Kommission zu stoppen. Mit 373 Stimmen für den Einspruch gegen die Verordnung der Kommission wurde die nötige absolute Mehrheit von 376 Stimmen knapp verfehlt. Dies bedeutet, dass gefrorene Döner-Fleischspieße beispielsweise in Deutschland auch weiterhin mit Phosphaten haltbar gemacht werden dürfen.

Abgeordnete hatten argumentiert, die Phosphat-Genehmigung der Kommission solle ausgesetzt werden. Man müsse abwarten, ob eine Studie der EU-Lebensmittelbehörde EFSA auf Gesundheitsgefahren hindeute.

Der Umweltausschuss des Parlaments hatte darauf verwiesen, dass es einigen Studien zufolge Gesundheitsbedenken beim Einsatz von Phosphaten in Nahrungsmitteln gebe – unter anderem im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In anderen Fleischzubereitungen hat das EU-Parlament dem Phosphat-Einsatz noch 2014 zugestimmt. Dazu zählen das Brät beispielsweise in Bratwürstchen oder aber auch Kassler.

Hinter diesen E-Nummern stecken Phosphate

E-Nummer Zusatzstoff

  • E338 Phosphorsäure
  • E339 Natriumphosphat
  • E340 Kaliumphosphat
  • E341 Calciumphosphat
  • E343 Magnesiumphosphat
  • E450 Diphosphat
  • E451 Triphosphat
  • E452 Polyphosphat
  • E442 Ammoniumphosphatide
  • E541 Saures Natriumaluminiumphosphat
  • E1410 Monostärkephosphat
  • E1412 Distärkephosphat
  • E1413 Phosphatiertes Distärkephosphat
  • E1414 Acetyliertes Distärkephosphat
  • E1442 Hydroxypropyldistärkephosphat

Schätzungen zufolge hat ein Döner um die 130 Milligramm Phosphat. Schon ein kleines Glas Cola (0,3 Liter) hat mehr – 210 Milligramm Phosphat. Und tendenziell isst ein Verbraucher nur einen Döner, aber trinkt schon mal ein zweites Glas Cola. Gegenüber dem Bayrischen Rundfunk sagte Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentrale Bayern: „Dass jetzt gerade auf dem Döner so rumgehackt wird, das ist ein bisschen Pech für den Döner. Es sind viele Lebensmittel, denen Phosphate zugesetzt werden, da könnte man im Grunde über alle ein bisschen streiten.“ Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt einen Grenzwert von 3500 Milligramm Phosphat am Tag an.

Phosphat ist das negativ geladene Ion des Salzes der Phosphorsäure. Zusammen mit Kalzium spielt es eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel und für die Festigkeit der Knochen. Welche Gesundheitsgefahr tatsächlich durch Phosphat-Zusätze ausgeht – das prüft die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) bis Ende 2018.

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