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DDR-Reichsbahn beutete politische Gefangene aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 13:57 Uhr

Die Deutsche Reichsbahn der DDR hat in großem Umfang politische Gefangene als Zwangsarbeiter für sich schuften lassen. Das sei das Ergebnis einer Studie, die von der Union der Opferverbände der Kommunistischen Gewaltherrschaft in Auftrag gegeben worden sei, berichtete das Fernsehmagazin „Report Mainz“. Die heutige Deutsche Bahn müsse sich diesem Teil ihrer Geschichte stellen, forderte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). Sie war mit der Reichsbahn zur Zeit der Teilung geschäftlich verbunden. Nach der Wende ging die Reichsbahn im DB-Konzern auf. Laut Bericht hat die Reichsbahn in der DDR regelmäßig Kontingente von Zwangsarbeitern erhalten. Jährlich seien rund 1200 bis 1500 Strafgefangene eingesetzt und zu schweren Arbeiten gezwungen worden – im Gleisbau oder bei der Verschrottung von Waggons. „Die Zwangsarbeiter wurden zu physisch schweren und gesundheitsgefährdenden Arbeiten eingesetzt und dabei so schlecht entlohnt, dass man nur von Ausbeutung sprechen kann“, sagte der Leiter des Forschungsprojekts, Christian Sachse.

Gleicke, Ostbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, forderte die Deutsche Bahn auf, die Verantwortung für diesen Teil ihrer Unternehmensgeschichte anzunehmen. Es gehe darum, die Aufarbeitung zu unterstützen und gegebenenfalls auch Wiedergutmachung zu betreiben. Die Deutsche Bundesbahn habe zur Zeit der Teilung vor allem im innerdeutschen Grenzverkehr Geschäfts- und Handelsbeziehungen zur Reichsbahn unterhalten, bestätigte ein Bahnsprecher. Eigene Forschungen hätten bisher jedoch keine Hinweise auf diese Themen ergeben.

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