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Ausverkauf an den Aktienmärkten : Dax rutscht unter 9000 Punkte

vom

Am Rosenmontag riss der Leitindex Dax eine wichtige Hürde auf seinem Weg nach unten. Die Aussichten bleiben trübe.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 14:39 Uhr

Frankfurt | Der Dax ist zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. Die anhaltenden Sorgen vor einem globalen Wirtschaftsabschwung ließen den deutschen Leitindex am Montag um mehr als drei Prozent abrutschen.

Börsianer reagieren kurzfristig reflexartig. Wenn die Kurse, z.B. in einem so wichtigen Land wie China, rutschen, kann die Börse in Deutschland nicht stabil bleiben, so die Überlegung. Der Effekt wird verstärkt durch Computerprogramme, die automatisch handeln, also in diesem Fall verkaufen.

Seit Monaten steht der Aktienmarkt unter Druck. Das alte Jahr hatte der Dax noch bei gut 10.700 Punkten beendet. Seitdem ging es fast durchgängig abwärts. Hauptgründe sind der Ölpreis-Verfall und schlechte Konjunkturdaten insbesondere aus China. Zudem hatte sich jüngst der Euro wieder etwas gefestigt, was den Export erschwert. Der Dax fiel bis zum frühen Nachmittag um 3,09 Prozent auf 8999,41 Punkte. Das Minus des Leitindex summiert sich 2016 nun schon auf mehr als 16 Prozent. Wie weit es noch abwärts geht, darüber sind sich die Experten uneins.

Jochen Stanzl von CMC Markets hält einen weiteren Dax-Rückgang bis 8300 Punkte in den kommenden Wochen für möglich. Nach einer Umfrage des Forschungsinstituts Sentix ist die Stimmung der Anleger im Euroraum im Februar auf den tiefsten Stand seit Anfang 2015 gefallen.

Hintergrund: Der deutsche Aktienindex (Dax)

Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er spiegelt die Entwicklung der 30 wichtigsten und umsatzstärksten börsennotierten deutschen Unternehmen wider. Zu den Schwergewichten gehören unter anderem Bayer, Allianz und Daimler.

Eingeführt wurde der Dax am 1. Juli 1988. Sein erster Börsenschlusskurs lag bei 1163,52 Punkten. Der Index-Stand wird von der Deutschen Börse über das elektronische Xetra-System jede Sekunde neu berechnet. Ändert sich über Monate hinweg die Bedeutung einzelner Werte, kann ein Unternehmen auch aus dem Dax ab- und ein anderes aufsteigen - ähnlich wie in der Fußball-Bundesliga.

 

Angesichts vieler negativer Aspekte gebe es derzeit kaum Kaufargumente, sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Dieser Käuferstreik führe dann auch mit Blick auf das Chartbild zu zusätzlichem Druck, da sich der Abwärtstrend immer weiter beschleunige und gerade die meist computergesteuerten Handelsprogramme darauf reagierten.

Im restlichen Europa sah es ähnlich aus: Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, büßte rund drei Prozent ein. Besonders heftig traf es die Technologiefirmen. Die Aktien des Halbleiter-Konzerns Infineon büßten mehr als fünf Prozent ein. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor viereinhalb Prozent. Die Papiere von Deutscher Bank und Commerzbank knickten um fünf beziehungsweise sieben Prozent ein.

 

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