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Nach Referendum in Großbritannien : Dax erholt sich langsam vom Brexit-Schock

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach dem Brexit-Referendum nutzen die Anleger jetzt den Kurseinbruch für Käufe. Allerdings brauchen sie starke Nerven, drohen doch angesichts hoher Unsicherheit weiter deutliche Schwankungen.

Frankfurt/Main | Nach dem massiven Kurseinbruch infolge des Brexit-Votums hat sich der Dax am Dienstag erholt. Bis zum Nachmittag baute der deutsche Leitindex seinen Zuwachs auf 3,05 Prozent auf 9551,55 Punkte aus. An den beiden vorangegangenen Handelstagen hatte er wegen der britischen Entscheidung für einen Abschied aus der Europäischen Union fast 10 Prozent beziehungsweise 1000 Punkte eingebüßt und den tiefsten Stand seit Februar markiert. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte erholte sich am Dienstag um 2,51 Prozent auf 19.395,68 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 2,51 Prozent auf 1559,11 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es sogar um knapp 3,5 Prozent nach oben.

Im Dax gab es fast nur Gewinner. Nach einer Kaufempfehlung der französischen Großbank Societe Generale führten die jüngst gebeutelten RWE-Aktien mit plus 6,51 Prozent die Gewinnerliste an. Durch den zuletzt starken Anstieg der Strompreise in Deutschland rücke die attraktive Bewertung des Energiekonzerns wieder in den Fokus, schrieb Analyst Lueder Schumacher. Die Aktien von RWE-Konkurrent Eon gewannen 3,62 Prozent.

Zu den Favoriten der Anleger gehörten auch einige Finanztitel, die mit dem Brexit besonders heftig unter die Räder gekommen waren. So erholten sich Deutsche Bank und Allianz deutlich. Einzig die vortags starken Titel des Immobilienkonzerns Vonovia notierten knapp in der Verlustzone. Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) bauten ihre Gewinne etwas aus auf zuletzt 4,57 Prozent. Der Autobauer muss wegen des Abgas-Skandals in den USA voraussichtlich bis zu 14,7 Milliarden Dollar für Rückkäufe, Entschädigungen und Strafen ausgeben. Das geht aus einem Dokument hervor, das US-Kläger am Dienstag bei einem Gericht in San Francisco einreichten. Tags zuvor hatte VW mit mehr als 7 Prozent Minus zu den größten Verlierern im Dax gezählt.

Im MDax büßten die Anteilsscheine von K+S indes weitere 2,89 Prozent ein. Der Salz- und Düngerkonzern kommt nicht zur Ruhe: Zum Wochenauftakt schockten die Kasseler die Anleger mit einer heftigen Gewinnwarnung, die für einen 12-prozentigen Kursrutsch sorgte - nun kamen negative Analystenkommentare und ein möglicher Streit um Finanzhilfen hinzu. Thüringen unternimmt einen neuen Anlauf zur Beteiligung des Bundes an den immensen Kosten für die Sicherung stillgelegte Kali-Bergwerke.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Verzinsung deutscher Bundesanleihen von minus 0,23 Prozent am Vortag auf aktuell minus 0,21 Prozent. Am Montag war sie auf ein Rekordtief gefallen. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 143,75 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,21 Prozent auf 166,51 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1073 (Montag: 1,0998) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9031 (0,9093) Euro.

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erstellt am 28.Jun.2016 | 16:02 Uhr

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