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Börse in Frankfurt : Kleiner Rückschlag nach Dax-Erholungsrally

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Der Dax hat nach seiner jüngsten Erholungsrally am Donnerstag moderat nachgegeben. Nach einer bis zum Vortag sehr positiv verlaufenen Handelswoche, die dem Leitindex ein Plus von mehr als 2 Prozent beschert hatte, sank er um 0,49 Prozent auf 12 203,46 Punkte.

Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) zum starken Euro wirkten sich am Nachmittag nur kurzzeitig stützend aus, dann ging es im Schlepptau schwächelnder US-Börsen wieder deutlicher bergab.

MDax und TecDax hielten sich etwas besser: Der Index der mittelgroßen Werte verlor am Donnerstag 0,26 Prozent auf 24 899,78 Punkte, der Technologiewerte-Index stieg um 0,12 Prozent auf 2270,22 Zähler. Europaweit und in den USA sah es ähnlich aus wie im Dax: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,65 Prozent auf 3461,97 Punkte ein, und auch in Paris und London wurden Verluste verbucht. An der Wall Street gab der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,56 Prozent nach, die Nasdaq-Indizes gaben noch etwas deutlicher nach.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit an den Finanzmärkten standen dieses Mal die Notenbanken. Der Euro fiel zeitweise unter die Marke von 1,17 US-Dollar, nachdem sich Mitglieder des EZB-Rats laut Protokoll ihrer jüngsten Sitzung besorgt zum Anstieg der Gemeinschaftswährung geäußert hatten. Die Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag dann auf 1,1697 (Mittwoch: 1,1710) Dollar festgesetzt. Am frühen Abend kostete der Euro 1,1738 Dollar. Auch von den Kollegen der US-Notenbank Fed hatte es am Vorabend ein solches Protokoll gegeben. Der künftige Zinspfad blieb darin tendenziell im Unklaren.

Bremsend wirkten auch innenpolitische Sorgen in den USA. Wegen eines angespannten Verhältnisses mit Wirtschaftsvertretern droht Präsident Donald Trump weiter an Rückenhalt zu verlieren. An diesem Tag gab zeitweise sogar Gerüchte, dass der ehemalige Goldman-Sachs-Manager Gary Cohn von seinem Amt als Direktor des National Economic Councils der USA zurücktrete. Ein Berichterstatter der Axios Media Gruppe, zu der unter anderem die Nachrichtensender CNN und CNBC gehören, twitterte allerdings kurz darauf, dass dieses Gerücht «zu 100 Prozent falsch» sei.

«Trump isoliert sich zunehmend, und an eine Umsetzung seines Wirtschaftsplans glaubt kaum noch jemand», sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.

Auf Unternehmensseite blieb die Nachrichtenlage dünn. In Dax und TecDax waren die Favoriten dieselben wie am Vortag: RWE stiegen im Leitindex um rund 1 Prozent und überboten ihren höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Im TecDax befanden sich außerdem Evotec mit einem Kursaufschlag von knapp 3 Prozent weiter auf Höhenflug. Bei knapp unter 15,60 Euro erreichten sie ihren höchsten Stand seit 16 Jahren. Am Markt wurde der bereits abgeschlossene Zukauf des US-Unternehmens Aptuit mit Wohlwollen aufgenommen - laut dem Wirkstoff-Forscher soll er sich schon ab dem laufenden Quartal positiv auswirken.

Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank litten hingegen mit jeweils einem Minus von um die 3 Prozent darunter, dass die lange Zeit hoch gesteckten Erwartungen an das US-Zinsniveau zuletzt moderater geworden sind. Der Sektor hatte seit Mitte 2016 deutlich von gestiegener Fantasie profitiert, weil höhere Zinsen grundsätzlich positiv für das Alltagsgeschäft der Banken sind.

Zum Ausklang der Berichtssaison zogen ansonsten nochmals Wirecard im TecDax und Sixt im SDax Aufmerksamkeit auf sich. Die endgültigen Zahlenwerke überzeugten. Beide erreichten neue Rekordstände. Im MDax dagegen ist die Zukunft von Stada weiter offen. Auch im zweiten Anlauf droht dem Übernahmevorhaben der Finanzinvestoren Bain und Cinven eine Schlappe. Ob die erforderliche Annahmequote von 63 Prozent erfüllt wurde, soll erst Ende dieser Woche mitgeteilt werden. Die Stada-Papiere büßten 0,62 Prozent auf 64,10 Euro ein. Die Offerte lag bei 66,25 Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,22 Prozent am Vortag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 141,31 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,02 Prozent auf 163,94 Punkte nach.

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erstellt am 17.Aug.2017 | 18:27 Uhr

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