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8626,11 Punkte : Dax auf 25-Jahres-Hoch

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Historisches Hoch am Aktienmarkt: Der Deutsche Aktienindex klettert erstmals auf 8626,11 Punkte. Vor allem die Hoffnung auf billiges Geld sorgen für den Aufschwung.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 16:41 Uhr

Frankfurt | Der Dax ist auf den höchsten Stand in seiner 25-jährigen Geschichte gestiegen. Mit zeitweise 8626,11 Punkten wurde am Montag die alte Bestmarke vom Mai dieses Jahres geknackt. Die zurückgezogene Kandidatur von Larry Summers für den Posten als Chef der US-Notenbank Fed habe dem Dax den entscheidenden Schub gegeben, sagte Daniel Saurenz von Feingold Research. Der Kampf um die Spitzenposition bei der US-Notenbank sei damit neu eröffnet. Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes habe den deutschen Leitindex auf ein Rekordhoch getrieben.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat klar gemacht, dass sie den Geldhahn so schnell nicht zudrehen wird. Der Leitzins im Euroraum werde angesichts verhaltener Inflation und schwachen Aufschwungs für längere Zeit auf dem aktuellen Rekordtief von 0,5 Prozent verharren oder sogar noch sinken. Das bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi in Berlin auf einer Veranstaltung führender Wirtschaftsverbände.

Seinen bisher höchsten Stand hatte der Dax am 22. Mai dieses Jahres bei 8557,86 Punkten erreicht. Zuletzt stand der deutsche Leitindex am Montag im Handelsverlauf 1,21 Prozent höher bei 8613 Punkten. Der MDax für mittelgroße Werte rückte um 1,23 Prozent auf 15 023 Punkte vor. Er hatte zuvor bei 15 034,88 Punkten ebenfalls eine weitere Bestmarke erreicht. Für den TecDax ging es um 0,90 Prozent auf 1073 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,93 Prozent auf 2894 Punkte.

Spekulationen auf eine anhaltend lockere US-Geldpolitik sollten auch den US-Börsen einen gewinnträchtigen Wochenauftakt bescheren. Börsianern zufolge dürften die Aktienmärkte zudem von den Aussichten profitieren, dass ein militärischer Angriff der USA auf Syrien erst einmal vermieden werden kann.

Im Spitzenclub des Dax trieben am Montag erneute Spekulationen über die Entwicklung des Kalidüngermarktes die Aktien von K+S um 2,08 Prozent hoch. Als Grund sahen Händler eine Meldung, die den Markt kurz vor dem Wochenende erreicht und die Titel bereits am Freitag an die Dax-Spitze geschoben hatte. Demnach wolle der russische Unternehmer Wladimir Kogan - er gilt als ein Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin - die Kontrolle über den Kalidünger-Produzenten Uralkali erlangen.

Die Lufthansa-Titel legten trotz des sich abzeichnenden Wechsels an der Konzernspitze um 0,39 Prozent zu. Die Vorzugsaktien von Volkswagen reagierten mit plus 1,07 Prozent auf einen möglichen Beteiligungsausbau in China. Die Aktien von ThyssenKrupp hingegen verloren 0,39 Prozent. Der Industrie- und Stahlkonzern sieht sich beim geplanten Verkauf seiner Stahlwerke in Übersee nach Branchenkennern offensichtlich zu einer Notlösung gezwungen. Im RWE-Kursrutsch von 0,90 Prozent sahen Experten vor allem eine Korrektur nach dem vorangegangenen Höhenflug.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,62 Prozent am Freitag auf 1,56 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 132,68 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,50 Prozent auf 138,63 Punkte.

Weil der Dollar wegen der Spekulationen um die Nachfolge von Bernanke unter Druck geriet, stieg der Kurs des Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3357 (Freitag: 1,3295) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7487 (0,7522) Euro.

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