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Dauerbrenner im wachsenden Betrieb

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Willi Steffens arbeitet seit 50 Jahren bei der Pano Verschluss GmbH – und die startet mit PVC-freien Deckeln durch

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 15:45 Uhr

Nebenan wurden Hühner geschlachtet. Die Druckerei gab es noch nicht. So sah es aus in der Gasstraße, als Willi Steffens bei der Pano Verschluss GmbH anfing. Fünf Jahrzehnte lang hat er jeden Entwicklungsschritt maßgeblich begleitet – so auch jetzt die Umstellung auf PVC-freie Deckel.

Steffens war gerade 15 Jahre alt, da ging er in die Schlosserlehre. In der Pano-Betriebsstätte in seiner Heimatstadt Brunsbüttel war kein Platz frei, so wurde es das sieben Jahre zuvor gebaute Werk in Itzehoe. Eine Art Werksverkehr beförderte Steffens und Kollegen sowie Näherinnen einer anderen Firma hin und zurück. Später zog der heute 65-Jährige nach Münsterdorf.

Steffens sei ein typischer Dithmarscher mit Ecken und Kanten, sagt Pano-Geschäftsführer Wulf Eberhardt. „Alle Seiten haben damit...“ – „... leben müssen“, vollendet Steffens lachend den Satz. Ob es um Verschlusstypen oder Abläufe ging, „da war ich immer von Anfang an mit dabei“, erklärt der Meister Instandhaltung im Pano-Werk. Die Technik habe immer ganz oben gestanden, das habe ihn fasziniert.

Anfangs wurden die Dichtungen noch per Hand eingesetzt, dann verfeinerte und intensivierte das Unternehmen ständig die maschinelle Massenfertigung. „Wir sind von einem Handwerksbetrieb zu einem Industriebetrieb geworden“, sagt Eberhardt. Früher lief der Betrieb einschichtig, heute sind es je nach Bereich vier bis fünf Schichten. Zwei bis drei Millionen Deckel produziert Pano pro Tag, je nach Saison. Genau diese großen Unterschiede in der Stückzahl soll es künftig nicht mehr geben – dieses Ziel soll mit dem von Pano entwickelten PVC-freien Deckel Blueseal erreicht werden, bei dem keine Weichmacher mehr in öl- und fetthaltige Lebensmittel in Gläsern gelangen.

„Diese Technik wird sich im Laufe der nächsten 20 Jahre durchsetzen“, ist Eberhardt überzeugt. Seit Jahren konzentriert sich das Unternehmen auf die Umstellung, nun schaffe es die Durchbrüche bei den Kunden. Daher müssten jetzt die Kapazitäten hoch gefahren werden, der neue Firmensitz an der Fraunhoferstraße soll zusehends belebt werden. Pano sei dafür sehr gut aufgestellt und habe für das Wachstum die nötige ausgereifte Technologie. Eine zentrale Rolle dabei spielt Steffens, der als Verbindungsmann zu den Pano-Werkzeugmachern in Brunsbüttel fungiert. Vor vielen Jahren absolvierte er eine Weiterbildung zum Industriemeister, Fachrichtung Metall, und die Absprache mit Eberhardts Vater Heinrich war klar: In jedem Fall sollte er in der Firma bleiben. Auch der heutige Geschäftsführer legt viel Wert auf Weiterbildung und Erfahrung: „Ich ziehe bei Einstellungen die Älteren vor“, sagt Wulf Eberhardt. Jüngere würden dabei nicht vergessen – auch Steffens' 34-jähriger Sohn ist einer der 115 Mitarbeiter in der Gasstraße.

Willi Steffens ist vor wenigen Tagen 65 Jahre alt geworden. In drei Monaten geht er in Rente, doch von Abschiedsstimmung keine Spur: „Man ist hier irgendwo immer drin.“ Sein Chef möchte ihn auch in Zukunft als Berater halten, und Werksleiter Marco Erdtmann sieht es genau so: „Ähnliche Probleme tauchen immer wieder auf – und Sie haben sie schon alle miterlebt.“

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