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Daten-Drosselung auch für Altkunden

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Telekom rüstet um auf neue Technologie - ohne Ausnahmen

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bonn/Hamburg | Nun ist die Katze aus dem Sack: Anders als bislang angekündigt wird die Telekom die DSL-Drosselung nicht nur Neukunden aufdrücken, auch Bestandskunden werden langfristig damit leben müssen. Das sagte der Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme, der "Welt". Spätestens in fünf Jahren wird die Drosselung danach Bestandteil aller Verträge sein. Noch fraglich ist jedoch, wie hoch das Datenlimit dann ausfallen wird. Den seit gestern gültigen Geschäftsbedingungen zufolge bremst die Telekom den DSL-Zugang bei einem 16-MBit/s-Anschluss nach 75 GByte Verbrauch bis zum Ende des Abrechnungszeitraums auf 384 KBit/s. Wer dann weiter schnell surfen will, muss zuzahlen. Bei Anschlüssen mit 50, 100 und 200 MBit/s liegt die Obergrenze bei 200, 300 und 400 GByte.

Ob es allerdings bei diesen Obergrenzen bleibt, ist fraglich. "Wer weiß, wie die Datengrenzen 2018 aussehen werden? Wir leben in einer sehr dynamischen Branche", erklärte van Damme. Bisher hieß es, dass nur Verträge von Neukunden - Stichtag gestern, 2. Mai - mit den neuen Regeln versehen seien. Doch die Telekom will bis 2018 das gesamte Telekom-Netz auf die neue Technologie "All-IP" umstellen. Die Vorteile laut van Damme: ein höheres Tempo, "bessere Sprachqualität sowie zwei Leitungen und bis zu zehn Rufnummern und das bis zu vier Euro billiger". Die neue Technologie sei bereits im Einsatz, werde aber nur von einer Million Kunden genutzt. Man wolle aber auch die restlichen elf Millionen Telekom-Kunden einbinden.

Einen Rückzug von dem Beschluss wird es van Damme zufolge trotz massiver Kritik ihrer Kunden und von Politikern nicht geben: "Für uns ist das Thema zu wichtig, als dass wir zurückzurudern könnten." Es sei fair, dass diejenigen, die das Netz am stärksten nutzen, auch mehr zahlen. "Wer den Wasserhahn ständig laufen lässt, bezahlt auch mehr als Otto-Normalverbraucher."

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