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Das Prokon-Drama wird zur Hängepartie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 14:03 Uhr

Nach dem Prokon-Insolvenzantrag müssen die Anleger abwarten, wie das vorläufige Insolvenzverfahren ausgeht. Einige Fragen und Antworten dazu:

>Was hat Prokon den Anlegern versprochen? Das Unternehmen wirbt mit einer hoch verzinsten, angeblich sehr sicheren Anlage in ökologisch orientierte Sachwerte wie Windparks. Das Geld floss in 52 Windparks in Deutschland und Polen, eine Ölmühle in Magdeburg, Wälder und einen holzverarbeitenden Betrieb. Als Rendite versprach Prokon mindestens sechs Prozent und zahlte auch bis 2013 zuverlässig.

>Warum ist es zum Insolvenzantrag gekommen? Prokon finanziert langfristige Investitionsgüter wie Windkraftwerke mit dem kurzfristigen Finanzierungsinstrument der Genussrechte. Wenn viele Anleger sich von ihren Papieren trennen, fehlen flüssige Mittel. Dieser Fall ist nun eingetreten.

>Wie ist die finanzielle Lage? Es liegen keine sicheren Unternehmenszahlen vor. Prokon hat seit Jahren keine geprüften und testierten Konzernberichte veröffentlicht.

>Wie sollten Anleger jetzt reagieren? Die Besitzer von Prokon-Genussrechten haben gegenwärtig keine konkrete Handlungsmöglichkeit. Sie kommen nicht an ihr Geld heran und können im vorläufigen Insolvenzverfahren auch keine Forderungen anmelden – das geht erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Auch eine Zwangsvollstreckung ist nicht möglich, selbst mit einem rechtsgültigen Titel.

>Wann fällt die Entscheidung über die Zukunft von Prokon? Noch nicht so bald. Prokon spricht von „mehreren Monaten“, bei Rechtsanwälten, Verbraucherschützern und Insolvenzverwaltern gilt Ende April als realistischer Zeitpunkt, um über eine Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu entscheiden.

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