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Wirtschaft

25. September 2017 | 08:22 Uhr

Das Girokonto für Jedermann

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 18:35 Uhr

Steuern und Miete zahlen, online einkaufen – ohne Bankkonto geht im Alltag kaum etwas. Millionen Menschen können aber keins eröffnen. Das EU-Parlament stimmte gestern für ein sogenanntes Girokonto für Jedermann. Es garantiert jedem Europäer den Rechtsanspruch auf ein Konto, egal ob obdachlos oder problematisch verschuldet. Einige Fragen und Antworten:

Wie viele Europäer haben kein Girokonto?

Schätzungsweise 25 bis 30 Millionen Europäer über 15 Jahren können laut EU bisher kein Konto eröffnen, obwohl sie es möchten. Schlusslicht unter den EU-Ländern ist Rumänien, wo jeder zweite Bürger kein Konto besitzt. Oft trifft es beispielsweise Obdachlose, Saisonarbeiter, freie Dienstleister oder Gaststudenten. „Ab spätestens 2016 ist niemand mehr allein auf das Wohlwollen der Banken angewiesen. Das Basiskonto wird Wirklichkeit“, erklärten die SPD-Europaabgeordneten Evelyne Gebhard und Peter Simon.

Um was für ein Konto geht es?

Der Rechtsanspruch bezieht sich auf ein Basiskonto wie ein Girokonto. Damit kann ein Kunde Geld überweisen und etwa Strom- oder Telefonrechnungen bezahlen. Dort kann er Zahlungen erhalten wie Rente oder Gehalt. Dazu gehören auch Zahlungen, die mit Karte oder online getätigt werden. Die Staaten können selbst entscheiden, ob Kunden das Basiskonto überziehen dürfen. Das Konto muss nicht kostenlos sein.

Welche Banken müssen dieses Konto anbieten?

Nicht alle Geldhäuser müssen ein solches Konto anbieten, es muss allerdings eine ausreichende Zahl in jedem Land sein.

Wie geht es weiter?

Nun müssen die EU-Finanzminister zustimmen. Gibt es eine Einigung bis zur Europawahl im Mai, könnten die Vorschriften Anfang 2016 in Kraft treten.

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