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Nepp im Supermarkt : Darfs ein bisschen weniger sein?

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Zu leicht, zu leer, zu teuer: Füllmengen-Nepp bei Lebensmittelverpackungen alarmieren Verbraucherschützer und die Eichdirektion Nord. Wie geschummelt wird und was Sie tun können, erfahren Sie hier.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2008 | 03:23 Uhr

Kiel | Im Supermarkt herrscht offenbar das Chaos: Kaum etwas sorgt so regelmäßig und häufig für Ärger wie Tricksereien mit Gewichtsangaben auf Lebensmittelverpackungen. Zweiter Tatort: Wurst- und Käsetheken, Obst- und Gemüsestände. Das belegen die regelmäßigen Füllmengen-Kontrollen der Eichämter.

2006 hatten bundesweit 6,1 Prozent der von Eichämtern überprüften Produkte "mit festen Gewichtsangaben" - wie beispielsweise die 100-Gramm-Tafel Schokolade - zu wenig Inhalt. In Schleswig-Holstein und Hamburg waren es sogar 8,4 Prozent. Bei Waren mit unterschiedlichen Füllmengen - wie abgepacktem Käse - waren es 4,5 Prozent, in Schleswig-Holstein und Hamburg sogar 18,6 Prozent.
Mehr Nepp, wo lange nicht kontrolliert wurde

Dass die Zahlen im Norden über dem Bundesdurchschnitt liegen, erklärt sich für Dr. Herbert Weit von der Eichdirektion Nord durch die unterschiedliche Industriestruktur. In Bundesländern mit großen Lebensmittelfirmen würden viel größere Mengen pro Betrieb kontrolliert. Die Beanstandungen seien dann im Verhältnis geringer.

Hat die Abzocke Methode? Weit drückt es vorsichtig aus. Die Zahl der Unterfüllungen sei über die letzten Jahre konstant geblieben. "Aber in Branchen, die wir lange nicht kontrolliert haben, gibt es in der Regel mehr Beanstandungen." Doch das Eichamt könne nicht überall sein. Weit fordert die Verbraucher deshalb auf, sich bei den Eichämtern zu melden, sollte ihnen Füllmengennepp auffallen.

Aber selbst dann, wenn ein Unternehmen erwischt wird, droht ihm lediglich ein Bußgeld von maximal 10 000 Euro. In der Praxis lägen die Strafen in der Regel zwischen 35 und 2000 Euro, so die Eichdirektion Nord.
Mogelpackungen sind im Kommen

Zweites Ärgernis von Verbrauchern sind Mogelpackungen. "Wenn jemand plötzlich seine gewohnte Eissorte in einem 900-Milliliter-Behälter statt in der bisherigen 1000-Milliliter-Verpackung zum gleichen Preis in der Tiefkühltruhe bekommt, fühlt er sich hinters Licht geführt", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Hamburger Verbraucherschützer sammeln derartige Fälle. Und ebenso wie die Eichdirektion, fordert Valet Supermarktkunden dazu auf, kritisch auf die Füllmenge zu achten. Die Anzeige auf der heimischen Küchenwaage sei allerdings nicht ausschlaggebend, so Valet. Nur geeichte Messgeräte zählen.
Wie sind Ihre Erfahrungen?
Sind Ihnen auch Mogelpackungen oder Schummeleien bei Gewichtsangaben aufgefallen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion, um Ihre Erfahrungen zu schildern.

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