Geldwäsche-Skandal in Dänemark : Danske Bank und Nordea bei Geldwäsche in Milliardenhöhe erwischt

Eine Filiale der Danske Bank in Kopenhagen.

Eine Filiale der Danske Bank in Kopenhagen.

Dänemarks größte Finanzkonzerne sollen rund sieben Milliarden Kronen russischer Krimineller in Steueroasen transferiert haben.

shz.de von
22. März 2017, 10:14 Uhr

Kopenhagen | Die Aufdeckung, dass die beiden größten dänischen Banken, Danske Bank und Nordea, an einem internationalen Geldwäschenetzwerk beteiligt waren, ruft Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre-Partei) auf den Plan. Er kündigte an, dass die Regierung ihren Einsatz gegen Geldwäsche verstärken werde. „Das macht mich traurig und ärgerlich zugleich. Das ist eine Riesensauerei“, meinte Løkke Rasmussen nach einer Sitzung der Venstre-Fraktion. Der Regierungschef unterstrich, dass die Banken und deren Leitungen die Verantwortung in einer solchen Angelegenheit zu tragen hätten.

Gewerbeminister Brian Mikkelsen von den Konservativen will Geldwäsche künftig stärker bestrafen. Es sei nicht akzeptabel, dass von 2011 bis 2014 rund sieben Milliarden Kronen von den dänischen Banken Nordea und Danske Bank über Moldawien und Lettland in Steueroasen auf den Seychellen und in Panama geflossen sind. Es soll vor allem Geld russischer Krimineller mithilfe der dänischen Banken weitergeleitet worden sein. Laut Danmarks Radio spielte die Filiale von Danske Bank in Estland eine große Rolle bei den Machenschaften. Es sollen insgesamt 1700 Transaktionen vorgenommen worden sein. Davon 1500 über die Filiale in Tallinn.

Die Zeitung Berlingske hatte die Beteiligung der dänischen Konzerne an der Geldwäsche in Milliardenhöhe zusammen mit einem Zusammenschluss europäischer Journalisten durch Auswertung der sogenannten Panamapapiere aufgedeckt.

Mikkelsen will im Frühjahr mit einer breiten politischen Vereinbarung die Strafen für Geldwäsche verschärfen. Es habe bereits „gute Gespräche“ gegeben, so der Minister. „Ich glaube, dass wir eine gute Absprache finden werden, um das Geldwäschegesetz strenger zu machen. Der Kern der Sache ist ja, dass die Banken eine wichtige Aufgabe dabei erfüllen, Geldwäsche zu unterbinden“, so Mikkelsen. Die Banken hätten es nicht ernst genug genommen, dass Kriminelle einfach Geld über Landesgrenzen fließen lassen können. Deshalb müsse der Fall nun genauer untersucht werden.

Die Zeitung Berlingske berichtet, dass Untersuchungen in Lettland und Moldawien gezeigt hatten, dass über Nordea und Danske Bank rund sieben Milliarden Kronen in Steueroasen geflossen sind. Künftig sollen die Behörden in die Verwaltung der Banken eingreifen können, wenn diese ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Die Strafen müssen angehoben und die Ressourcen der Finanzaufsicht und Betrugsabteilung der Polizei aufgestockt werden, meint Brian Mikkelsen. Für ihn sei dies ein besonders ernstes Thema, da es sich um große Summen handele, die möglicherweise zur Finanzierung von Terror oder Drogengeschäften verwendet werden. 

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