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Daimler-Tochter kauft Hamburger App MyTaxi

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kaufpreis geheim – Insider sprechen von einem zweistelligen Millionenbetrag

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 13:57 Uhr

Der Autokonzern Daimler steigt stärker ins Taxi-Geschäft ein. Die Daimler-Tochter Moovel übernimmt den Betreiber der Taxivermittlungs-App MyTaxi, die Intelligent Apps GmbH aus Hamburg. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Laut Insidern dürfte sich dieser aber im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen. Damit solle die internationale Expansion der Taxi-App vorangetrieben werden, teilten die Unternehmen gestern mit. Moovel hielt bereits zuvor Anteile an MyTaxi. Seit 2012 habe die Zusammenarbeit der beiden Firmen eine „überaus dynamische Entwicklung“ genommen, sagte Moovel-Chef Robert Henrich. „Mobilität wird sich in Zukunft sehr tiefgreifend verändern“, erklärte Henrich. Es finde derzeit ein Paradigmenwechsel statt. „Und wir stehen gerade erst am Anfang der Entwicklung.“ MyTaxi werde in die Plattform von Moovel integriert, die künftig die ganze Bandbreite moderner Mobilitätsangebote abbilden solle. Neben dem öffentlichen Nahverkehr und der Bahn spielten dabei auch Taxis eine maßgebliche Rolle. Mit über zehn Millionen Downloads sei MyTaxi weltweit Spitzenreiter unter den Taxivermittlungs-Apps, hieß es.

Das neue Geschäft bringt Daimler spürbare Erlöse: „Wir werden mit Car2Go und Moovel einen Umsatz von 100 Millionen Euro bis Ende 2014 erreichen“, sagte Moovel-Finanzchef Marcus Spickermann. Die Daimler-Tochter will mit den Übernahmen ihre Position in dem sich rasant entwickelnden Markt ausbauen. Auch die Buchung und bargeldlose Zahlung sollen über die Plattform möglich sein. Anders als Anbieter wie etwa das amerikanische Start-up Uber, das auch private Fahrer mit Kunden zusammenbringt und so das Taxigewerbe gegen sich aufbringt, strebt Moovel eine friedliche Kooperation mit den etablierten Zentralen an. „Wir suchen die Zusammenarbeit und möchten eine Einladung dazu aussprechen“, sagte Henrich. Uber ist mit dem Taxigewerbe in Auseinandersetzungen verstrickt. Die etablierten Anbieter werfen dem Online-Vermittler unfairen Wettbewerb vor.

Die Daimler-Übernahme erhöht aus Sicht der Branche den Druck auf die Taxizentralen. Daimler sei ein „finanzstarker Wettbewerber“, erklärte der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes, Michael Müller. Der Verband werte die Übernahme aber auch als klares Bekenntnis des Autobauers zur „legalen“ Personenbeförderung. Daimler sei ein „starker Mitstreiter“ zur Abwehr illegaler Marktteilnehmer.

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