Kooperation mit Aurora : Dänischer Tomatengärtner will Europas führender Cannabis-Produzent werden

<p>Anbau von medizinischem „Cannabis sativa“ in der Schweiz.</p>

Anbau von medizinischem „Cannabis sativa“ in der Schweiz.

Goldgräberstimmung in Dänemark: Mit kanadischem Knowhow will eine Firma auf der Insel Fünen Europas Hanf-Quelle werden.

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08. Januar 2018, 13:59 Uhr

Odense | Von 2018 an können ausgewählte Patienten in Dänemark medizinisches Cannabis zu Behandlungszwecken verabreicht bekommen. Im Einklang mit dieser Versuchsanordnung ändert sich in diesem Jahr auch einiges auf der Angebotsseite: Dänemarks Bauern setzten schon vor Monaten die Hebel in Bewegung, um an dem möglicherweise entstehenden Bedarf zu verdienen. Die Gärtnerei Alfred Pedersen & Søn aus Odense auf Fünen – bisher vor allem bekannt für ihre Tomaten – sieht großes Potenzial: Die Firma will einer der bedeutendsten Cannabisproduzenten werden.

Um dieses Ziel zu erreichen und von einem möglichen Wirtschaftsboom zu profitieren, ist der hoffnungsvolle Lizenznehmer eine Kooperation mit den Überfliegern der internationalen Cannabis-Industrie eingegangen, der kanadischen Aurora. Der weltgrößte Produzent von medizinischem Cannabis entzückte die Börsianer zuletzt mit hohen Gewinnen und kräftig steigenden Aktienkursen.

„Wir sind natürlich stolz darauf, eine Partnerschaft mit dem weltweit dynamischsten Cannabis-Unternehmen eingegangen zu sein“, sagt Mads Pedersen, Geschäftsführer von Alfred Pedersen & Søn, der Nachrichtenagentur Ritzau. Bei dem Deal geht es den Dänen vor allem um Knowhow, aber auch um Vertrauen. „Für die Wahl unserer Partner war es entscheidend, dass wir jederzeit die Qualität und Glaubwürdigkeit unserer Produkte garantieren können“.

Die neuen Produktionsstätten in Dänemark sollen ab 2019 eingerichtet wurden, bis dahin wird der Anbau unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen in temporären Einrichtungen stattfinden, so der Plan. Je nach Gelingen der neuen Unternehmung sollen in Odense zwischen 50 und 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Insgesamt haben 15 Unternehmen und Einzelpersonen eine Genehmigung beantragt, um für das neue Testprogramm produzieren zu können. Sie trägt die Hoffnung auf einen Wirtschaftsboom – wie er in den USA rund um die als Rauschmittel verschrieene Pflanzen entstanden ist.

Grundlegendes Kriterium der Erfassung ist der Verbrauch kleiner Mengen zum Eigenbedarf. Der Einordnung liegen fünf Kategorien zugrunde.

  1. Legalisiert (grelles hellgrün, Südafrika, Uruguay)
  2. In Teilstaaten toleriert/legalisiert (grün)
  3. Illegal, aber kleinere Mengen entkriminalisiert (dunkelgrün)
  4. Illegal, aber oft ohne strafrechtliche Konsequenzen (ocker)
  5. nur medizinischer Gebrauch erlaubt (dunkelrot)
  6. Handel, Anbau und Konsum verboten (rot)
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