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Dänischer Hifi-Spezialist : Chinesen wollen Bang & Olufsen übernehmen

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Die Einkaufstour asiatischer Investoren in der europäischen Unterhaltungselektronik-Branche geht weiter. Jetzt haben sie den über 90 Jahre alten Hifi-Pionier Bang & Olufsen im Visier.

Kopenhagen | Der traditionsreiche dänische Hifi-Spezialist Bang & Olufsen ist in Übernahmegesprächen mit chinesischen Investoren. Die Firma Sparkle Roll Group als Interessent teilte am Dienstag zugleich mit, dass bis zu einem Deal noch einige offen Fragen ausgeräumt werden müssten. Unter anderem müsse der Preis „angemessen“ sein und die Unsicherheit in dem Geschäft und die nötigen Investitionen berücksichtigen. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Investoren aus Asien hatten bereits bei mehreren dänischen Unterhaltungselektronik-Firmen zugegriffen. So ging der Lautsprecher-Spezialist Dynaudio 2014 an den chinesischen Elektronik-Hersteller GoerTek. Und der Anbieter vernetzter Lautsprecher Libratone - ein Konkurrent von B&O Play - wurde von einer Gruppe chinesischer Geldgeber gekauft.

Bang & Olufsen hatte schon vergangenes Jahr Gespräche mit nicht näher genannten Interessenten über den Verkauf von Teilen des Unternehmens oder des gesamten Konzerns bekanntgegeben. Das Unternehmen ist aktuell an der Börse knapp drei Milliarden dänische Kronen (rund 400 Mio Euro) wert.

Sparkle Roll hält Beteiligungen an Unternehmen, die mit Autos, Schmuck und Uhren handeln. Die Gruppe war bereits der Vertriebspartner von Bang & Olufsen für China.

Der mehr als 90 Jahre alte Elektronik-Anbieter Bang & Olufsen muss sich wie andere traditionelle Anbieter darauf einstellen, dass günstige Geräte aus Asien die Preise drücken und viel mehr Musik über Smartphones aus dem Netz gehört wird. Dafür gründete die Firma die auf vernetzte Lautsprecher spezialisierte Tochter B&O Play.

Erst vergangene Woche kündigte Bang & Olufsen an, dass die Produktion von Fernsehgeräten an den südkoreanischen Branchenriesen LG ausgelagert werden soll. Die TV-Geräte der Dänen kosten mehrere tausend Euro und sind damit deutlich teurer als Modelle von Massenherstellern. Im Januar stellte die Firma zudem neue Spitzen-Lautsprecher für rund 40.000 Dollar pro Stück vor.

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erstellt am 22.Mär.2016 | 18:32 Uhr

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