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Staatsfonds CIC : Chinesen kaufen in großem Stil Wohnungen in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es geht um 1600 Objekte in Kiel, 1400 in Rendsburg und weitere 13.000 in Berlin und Köln.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2016 | 12:28 Uhr

Der chinesische Staatsfonds CIC hat sich verschiedenen Medienberichten zufolge in großem Stil in den deutschen Wohnimmobilienmarkt eingekauft. CIC sei der größte Investor eines von der US-Investmentbank Morgan Stanley aufgelegten Fonds, der 16.000 Wohnungen gekauft habe, berichtet etwa die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Teil der betroffenen Wohnungen liegt in Schleswig-Holstein, genauer gesagt in Kiel (1600) und in Rendsburg (1400). Die übrigen Objekte befinden sich in Berlin und Köln.

Begrenzter Wohnraum und hohe Mieten belasten in vielen deutschen Städten den Wohnungsmarkt. Auch in Städten im Norden wie Kiel oder Hamburg. Der Aufkauf von Wohnungen spannt die Situation auf dem Immobilienmarkt daher zusäzlich an.

Weder CIC noch der bisherige Eigentümer der Wohnungen, die BGP Holdings mit Sitz in Australien, wollten die Medienberichte kommentieren. Laut Spiegel-Online hat das Portfolio einen Gesamtwert von fast 1,2 Milliarden Euro. BGP habe zunächst auch einen Börsengang für die Wohnungen geprüft, hieß es.

In Rendsburg tappt man unterdessen im Dunkeln. Um welche Wohngebäude es sich konkret handelt, weiß selbst Bürgermeister Pierre Gilgenast nicht. Vom Handel erfuhr er durch die Anfrage des sh:z. Den bei vielen Immobiliengeschäften üblichen Verzicht auf ihr Vorkaufsrecht habe die Stadt Rendsburg bisher nicht erklärt, erklärte Gilgenast. Dieser Vorgang sei aber auch nicht in jedem Fall notwendig, fügte der Verwaltungschef hinzu.

Kiels Stadtrat und Wohndezernent Gerwin Stöcken kündigte derweilen an, das Verhalten des Käufers am Wohnungsmarkt sehr genau und kritisch zu beobachten. „Wir sind nicht interessiert daran, dass Wohnungen weitergereicht werden, nur um Profitinteressen zu verfolgen. Daher hat es uns sehr überrascht, dass wir über diesen Verkauf nicht informiert waren“, sagte Stöcken.

Selbst Fachleute können nicht einschätzen, welche Folgen der Eigentümerwechsel haben könnte. „Im Fondsgeschäft werden Werte gezahlt, die mit der Realität nichts zu tun haben“, sagte der in Rendsburg ansässige Immobilienmakler Asbjørn Bracht. Meist handele es sich dabei um „Schrottimmobilien“, und die handelnden Akteure wollten mit den Mitspielern auf lokaler Ebene nichts zu tun haben. Über den jetzt vollzogenen Handel wisse er nichts.

Und so bleiben viele Fragen zunächst unbeantwortet. Darunter zu leiden haben nicht zuletzt die Mieter. Die Rendsburger Anlaufstelle der BGP ist bis Ende des Monats geschlossen. „Wegen Urlaub und Schulung“, heißt es auf einem Schild an der Tür zum Vermietungsbüro.

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