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Handel in Fernost : Chinas Wirtschaft bricht ein

vom
Aus der Onlineredaktion

Im- und Export schrumpfen stärker als erwartet. Das Neujahrsfest ist einer von mehreren Gründen für den mauen Handel.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 10:39 Uhr

Peking | Nach einer kurzen Verschnaufpause im Dezember geht es mit Chinas Außenhandel wieder steil bergab: Sowohl Exporte als auch Importe der zweitgrößten Volkswirtschaft blieben im Januar erneut hinter den Erwartungen von Ökonomen zurück. Die Zollverwaltung in Peking teilt am Montag mit, dass die Ausfuhren im Vergleich zum Januar des Vorjahres um 6,6 Prozent sanken. Für die Einfuhren ging es sogar um 14,4 Prozent bergab.

Die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft macht sich auch in anderen Industrieländern bemerkbar. China ist beispielsweise für Deutschland ein wichtiger Abnehmer für Maschinen und insgesamt viertgrößter Handelspartner. Weil die Importe in China aber einbrechen, könnte das auch Folgewirkungen für die deutsche Wirtschaft haben.

Die neuen Handelszahlen deuten einerseits auf eine weiterhin mangelnde heimische Nachfrage durch die langsamere Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft hin. Andererseits zeigen sie, dass wegen der schwächelnden Weltwirtschaft auch die Nachfrage aus dem Ausland weiter abnimmt.

Zumindest teilweise seien für die schlechten Zahlen aber auch die Feiertage um das chinesische Neujahrsfest vergangene Woche verantwortlich, schreiben die Analysten Liu Li-Gang und Louis Lam vom australischen Bankhaus ANZ am Montag. Viele Unternehmen versuchten demnach, noch vor Beginn der langen Urlaubzeit um den wichtigsten chinesischen Feiertag ihre Fracht ins Ausland zu verschiffen. Deshalb seien die Exporte im Dezember das erste Mal seit neun Monaten leicht angezogen, dann aber im Januar wieder stark zurückgegangen.

Dax-Anleger dennoch zuversichtlich

Insgesamt lagen die Exporte im ersten Monat des Jahres noch bei 1,14 Billionen Yuan (155 Milliarden Euro). Die Importe wurden auf 737,5 Milliarden Yuan (100,14 Milliarden Euro) beziffert. Der Handelsüberschuss, also die Differenz aus Exporten und Importen, stieg damit auf 406,2 Milliarden Yuan (55,16 Milliarden Euro).

China hatte im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent das schwächste Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren verzeichnet. Die Regierung in Peking versucht, das Wachstumsmodell des Landes umzustellen. Die Wirtschaft des Landes soll künftig weniger von einer exportstarken Industrie abhängig sein. Dafür soll der Dienstleistungssektor gestärkt werden.

Anders als der Außenhandel zeigten sich die Aktienmärkte am ersten Handelstag im „Jahr des Affen“ relativ robust. Nach einer Woche Handelspause wegen der Feiertage um das chinesische Neujahrsfest, schloss der Composite Index in Shanghai nur 0,6 Prozent im Minus.

Dabei hatten viele Analysten vor heftigen Kursabschlägen gewarnt. Sie rechneten mit einer Nachholreaktion auf die vergangene Woche weltweit eingebrochenen Aktienmärkte. In Japan waren die Kurse während der Feiertage in China knapp 11 Prozent abgesackt, in Deutschland gab der Dax um 4,5 Prozent nach.

Am Montag zeigt sich der deutsche Leitindex jedoch von seiner besseren Seite:

Der Dax gewann in den ersten Handelsminuten weitere 2,04 Prozent auf 9150,52 Punkte. „Die Angst lässt nach, etwas Zuversicht kommt am Aktienmarkt zurück“, sagte Stimmungsforscher Manfred Hübner von Sentix. Die chinesischen Festlandbörsen meldeten sich nach einwöchiger Feiertagspause stabil zurück, was die Börsianer beruhigte.

Auch für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 2,07 Prozent auf 18 295,29 Zähler hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 2,48 Prozent auf 1549,69 Punkte.

Zuletzt hatte es starke Turbulenzen an den Börsen gegeben. Der Dax verlor seit Jahresbeginn 16,5 Prozent, konnte aber schon am Freitag mit einem kräftigen Plus einen Befreiungsschlag starten. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 baute seine Gegenbewegung nach dem verpatztem Jahresauftakt um 2,33 Prozent auf 2820,36 Punkte aus.

 

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