China stoppt Allianz in der Container-Schifffahrt

shz.de von
18. Juni 2014, 15:24 Uhr

Die geplante Allianz der drei weltweit führenden Schifffahrtsunternehmen ist geplatzt. Das chinesische Handelsministerium habe seine Zustimmung zu dem geplanten Netzwerk verweigert, teilte die Reederei Maersk in Kopenhagen mit. Es entspreche nicht den Regeln der chinesischen Fusionskontrolle. Damit würden die Partner das Projekt nicht weiterverfolgen; die Vorbereitungsarbeiten seien gestoppt. Neben Maersk wollten sich die französische Linie CMA CGM und die schweizerische MSC an der P3-Allianz beteiligen. Sie hatten vor einem Jahr ihre Absicht verkündet, Containertransporte in der Ost-West Richtung aufeinander abzustimmen. Diese Vereinbarung läuft unterhalb der Schwelle einer Fusion; es ging um die gemeinsame Planung von Schiffen und Linien. Ziel des Plans war es, ein effizienteres Netzwerk zu bilden und damit Kosten zu sparen.

Den Widerstand der chinesischen Seite führen Hamburger Schifffahrtsexperten auf eigene Interessen zurück. Die chinesischen Reedereien Cosco und China Shipping haben in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingUkraine-Geschäft leidetefahren. Auf den Routen zwischen Europa und Asien hätten die P3-Partner einen Marktanteil von rund 40 Prozent erreicht und zusätzlichen Wettbewerbsdruck aufbauen können. Von dem Scheitern der Allianz könnte auch die deutsche Linienreederei Hapag-Lloyd profitieren, die nach der laufenden Fusion mit der chilenischen CSAV die Nummer vier unter den globalen Containerreedereien sein wird.

Der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven hofft nun auf eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen. „Wir bedauern diese Entscheidung und werden daran arbeiten, andere Reedereien zu überzeugen“, sagte Geschäftsführer Andreas Bullwinkel. Es sei nun auch eine Zusammenarbeit mit den drei Reedereien einzeln denkbar. Der wirtschaftlich schwächelnde JadeWeserPort hatte sich von dem geplanten P3-Verbund zwischen Maersk, MSC und CMA/CGM eine deutliche Umschlagssteigerung erhofft. Dort blieben die Umschlagzahlen bislang deutlich unter den Erwartungen.

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