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Wirtschaft

21. Oktober 2017 | 07:32 Uhr

Butter wird billiger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Russischer Importstopp für Milch und eine gesunkene Nachfrage heizen den Preiskampf der Händler an

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 17:13 Uhr

Supermärkte und Discounter geben die sinkenden Erzeugerpreise auf breiter Front an die Verbraucher weiter. Den Anstoß gab gestern Deutschlands größter Discounter Aldi, als er den Preis für die 250-Gramm-Packung deutsche Markenbutter von 0,99 auf 0,85 Euro senkte. Doch kündigten Edeka, Rewe, Lidl, Penny, Netto und Norma umgehend an, dem Marktführer zu folgen und bei Butter im Preiseinstiegsbereich ebenfalls den Rotstift anzusetzen. Ob auch andere Milchprodukte billiger werden, ließen Branchenkenner offen.

Hintergrund der Preissenkung ist ein wachsendes Milchangebot und eine zuletzt ferienbedingt geringe Nachfrage. Das russische Einfuhrverbot für Milchprodukte habe den Druck auf die Preise zusätzlich erhöht, hieß es beim Milchindustrie-Verband. Zwar lieferten deutsche Molkereien kaum direkt nach Russland. Doch dränge nun ursprünglich für Russland bestimmte Ware aus anderen Ländern auf die Märkte.

Dass der Preisverfall auf den Erzeugermärkten ausgerechnet bei Butter als erstes an die Verbraucher weitergegeben wird, liegt nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) daran, dass die Lieferkontrakte mit dem Handel beim Streichfett in der Regel monatlich neu verhandelt werden. Bei anderen Produkten wie Frischmilch, Joghurt oder Käse seien länger laufende Verträge üblich. „Es ist deshalb schwierig zu sagen, ob künftig auch andere Milchprodukte für Verbraucher billiger werden“, sagte Andreas Gorn, AMI-Bereichsleiter für Milch und Milchprodukte. Dies hänge von der weiteren Marktentwicklung ab. Zuletzt waren die Butterpreise im Einzelhandel im März dieses Jahres unter Druck geraten. Innerhalb weniger Tage sank damals der Preis für die 250-Gramm-Packung bei den Discountern von 1,19 Euro auf 99 Cent.

Noch 2013 hatte sich die Branche über Rekordpreise freuen können. Dass ausgerechnet Aldi die Vorreiterrolle bei der Butterpreissenkung übernahm, passt in die aktuelle Strategie des Billiganbieters. Der Discounter treibt zurzeit mit immer neuen Rotstift-Aktionen die Konkurrenz an. Erst vergangenen Sonnabend hatte das Unternehmen die Preise für Milchsnacks und Kinder-Fruchtquarks gesenkt.

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