Öffentlicher Nahverkehr : Busse und Bahnen transportieren so viele Fahrgäste wie noch nie

Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland wächst seit zwei Jahrzehnten ununterbrochen.
Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland wächst seit zwei Jahrzehnten ununterbrochen.

Deutschlands Städte wachsen, mit dem Auto gibt es im Berufsverkehr oft kaum ein Durchkommen. Die Fahrgastzahlen steigen – die Preise auch.

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28. Dezember 2017, 10:15 Uhr

Berlin | Ob U-Bahn, Bus oder Tram: Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland wächst seit zwei Jahrzehnten ununterbrochen. 2017 gab es 10,3 Milliarden Fahrten von Kunden, ein weiterer Rekord. Das ergibt sich aus Hochrechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Mit 1,4 Prozent fiel das Wachstum aber etwas schwächer aus als im Vorjahr, als das Plus noch 1,8 Prozent betrug.

„Wir können im Interesse von Klimaschutz und Luftreinhaltung noch stärker wachsen“, teilte Verbandspräsident Jürgen Fenske mit. „Tatsächlich aber stößt der Nahverkehr heute schon vor allem in Großstädten und Ballungsräumen vermehrt an Kapazitätsgrenzen.“ Fenske, der die Kölner Verkehrs-Betriebe leitet, forderte ein Sonderprogramm von Bund und Ländern. „Der öffentliche Personennahverkehr muss dringend ausgebaut werden, um die steigende Nachfrage zu decken.“ Notwendig seien 20 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren.

Preise für Fahrkarten steigen um 1,8 Prozent

Die Fahrgäste müssen zum Jahreswechsel vielerorts wieder tiefer in die Tasche greifen. Durchschnittlich verteuern sich Fahrkarten bei den 450 deutschen Nahverkehrsunternehmen um 1,8 Prozent, zeigen Verbandsberechnungen. Das entspricht der allgemeinen Teuerungsrate.

Je nach Region fällt der Zuschlag aber sehr unterschiedlich aus. Während Kunden in Bremen und Niedersachsen 2,1 Prozent mehr bezahlen müssen, ändern sich die Fahrpreise in Berlin und Brandenburg dieses Mal nicht. Der Branchenverband will am 30. Januar eine detaillierte Bilanz zum öffentlichen Personennahverkehr für 2017 präsentieren.

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